Erfahrungsbericht über das Geschichtsstudium (ERASMUS) in Tours von September 1998 bis April 1999

 

von Jens Eschmann

 

Einleitung

Obwohl ich im Glossar ein paar praktische Tips versammelt habe, will dieser Erfahrungsbericht nicht Antwort auf alle denkbaren und undenkbaren Fragen geben. Denn die wirst du schon selbst stellen müssen. Vor allem will ich nicht die Inhalte der älteren Erfahrungsberichte wiederholen, sondern lieber von meinen eigenen Erfahrungen berichten. Verändert hat sich aber inzwischen einiges in Tours: An der Uni die semestrialisation, im Stadtbild der Umbau der Rue Nationale und «sogar» einige Verwaltungsakte, der Regierung Jospin sei Dank. Und vieles wird sich weiterverändern: Die Unibibliothek wird bald nicht mehr dieselbe sein, die Zukunft des *C.U.E.F.E.E. ist ungewiss, ebenso wie die des *MULC, und das wird nicht das einzige sein. Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden - von dir.

 

Bevor es losgeht

Bevor es losgeht, stellt sich eine grundsätzliche Frage: Ein oder zwei Semester? Aus persönlichen wie aus studientechnischen Gründen kam für mich nur ein Semester in Frage. Seit der Semestrialisierung der Studiengänge in Frankreich ist es auch grundsätzlich möglich, im Sommersemester anzufangen. Die Länge des Aufenthaltes ist jedenfalls vielleicht weniger wichtig als die Bereitschaft, voll in «la vie à la française» einzutauchen, so viel wie möglich Französisch «aufzusaugen» und zu reden. Falls man nicht ein ganzes akademisches Jahr bleiben kann (geht ja auch "nur" bis Ende Mai, und man hat dann –hoffentlich- einen französischen Uni-Abschluss, die licence), sollte man auf jeden Fall so früh wie möglich nach Tours fahren und am besten mindestens bis Ende März dort bleiben und sich evtl. noch die eine oder andere Vorlesung anhören.

Der ERASMUS-Antrag ist also gestellt (oder besser: schon positiv beschieden), und die Erfahrungsberichte hast du dir auch besorgt. Sehr gut. Jetzt noch ein paar Papiere besorgen, damit in Tours auch alles glattläuft.

Checkliste

Für die Carte de Séjour und die Einschreibung:

Außerdem jede Menge Passfotos.

Für die Zeit vor dem Semesteranfang sollte man sich im ASTA-Sekretariat in Bochum einen ISIC (International Student Identity Card) ausstellen lassen.

Sprachpraxis

Es kann nicht schaden, vor dem Studium schon mal ein bisschen seine Französischkenntnisse aufzufrischen. Neben den verschiedenen Kursmöglichkeiten (Insitut für Sprachlehrforschung, Volkshochschule, Deutsch-Französisches Kulturzentrum Essen in Essen) gibt es mehrere weniger termingebundene Möglichkeiten autonomen Fremdsprachenlernens, wobei ich auf das Dokument Viel Französisch für wenig Geld - Quellen sprachlichen Inputs verweise.

Eine Möglichkeit, im September nach Tours zu kommen und viel über das Land und die Sprache zu lernen, bietet sich über die romanistische Fakultät der Ruhr-Uni (GB 7). Diese bietet bereits seit einigen Jahren einen Intensiv – Sprach-/Landeskundekurs an. 1997 lief er vom 14.9. bis zum 20.9., und der Teilnehmerbeitrag betrug 440,- DM (hängt von der Höhe der Fördergelder ab). Die Teilnehmerzahl ist natürlich begrenzt, und Studenten der Romanistik haben Vorzugsrecht. Im Rahmen freier Plätze werden jedoch bestimmt auch Geschichts-Studenten mitgenommen. Der Intensivkurs hat i.d.R. auch eine Komponente «Geschichte der Touraine».

Lektüre

Da das Studium der Geschichtswissenschaften in Frankreichwie wie in Deutschland zu einem guten Teil aus lesen, lesen, lesen besteht, sollte man sich frühzeitig an französische Texte gewöhnen und sich ein bisschen in französischer Geschichte schlau machen. Einige Zeit vor der Abreise kommt eine Literaturliste vom Geschichtssekretariat in Tours bei Euch an. Sie ist zwangsläufig sehr allgemein und nicht topaktuell. Wenn Ihr schon zwei bis drei Wochen vor dem Studienbeginn in Tours seid, kann es nicht aber schaden, sich davon ein bis zwei Bücher durchzulesen, selbst wenn sie mit den späteren Kursen nicht viel zu tun haben. Gut lesbar sind u.a.:

Delort, Robert: La vie au Moyen Age, Paris 19823.

und die Titel von Robert Muchembled über das 16. bis 18. Jh.

In der Gesamtheit historischer Publikationen fallen einige Aspekte auf, die der Lesbarkeit sehr entgegenkommen, wenn sie für die Verwertung auch manchmal Probleme ergeben. Auffallend ist die Zahl der Überblicksdarstellungen (manuels) und qualitativ hochwertigen schuldidaktischen Publikationen (Le Goff, Braudel), die Beliebtheit großer Bibliographien zu historischen Persönlichkeiten (besonders alle Könige Frankreichs von Clovis bis Louis XVI), eine Unmenge historischer Romane und populärer Darstellungen bzw. (Christian Jacq, Max Gallo). Der «esprit de synthèse» manifestiert sich außerdem in der Existenz von dictionnaires zu allen denkbaren historischen Teilbereichen. Auch in wissenschaftlichen Beiträgen herrscht ein anderer Bezug zu bibliographischen Nachweisen (so fehlen oft die Seitenzahlen), und die Bibliographien sind zuweilen ziemlich unspezifisch.

Sehr zu empfehlen ist die Lektüre einer der Klassiker der französischen Historiografie (s. Anhang. Alexandre de Tocqueville vielleicht eher als Michelet oder Voltaire).

Hier noch ein paar Lektürevorschläge:

Wohnen

Sicherlich einer der wichtigsten Punkte. Irgendwann, bevor es nach Tours geht, gibt es Post vom *C.R.O.U.S. mit der Anfrage, ob ein Wohnheimplatz reserviert werden soll. Nützt nur leider nichts, wenn der Brief ankommt, wenn man gerade im Urlaub ist, und danach keine Plätze mehr frei sind. Die Wohnheime der *C.R.O.U.S. sind anscheinend nicht mehr so schlimm wie vor einigen Jahren (s. Erfahrungsberichte 92/93 und 96/97), man kann also ruhig «oui» ankreuzen.

In meinem Fall bot sich erst einmal die *Auberge de Jeunesse als Übergangslösung an. Danach habe ich erst einmal Kleinanzeigen studiert und nach einigen Telefonaten ein Zimmer chez l’habitant in St. Pierre-des-Corps gefunden - und bin dort ganze zwei Monate geblieben. Die Schilderung meiner Erlebnisse würde den Rahmen des Erfahrungsberichts sprengen, deshalb nur ein paar praktische Hinweise: Wenn man wissen will, worauf genau man sich einlässt, sollte die Zimmersuche beim *MULC beginnen. Dort sind die freien Zimmer (privat und Institutionen) mit Fragebögen beschrieben, die so ziemlich alles beantworten. Auf jeden Fall sollte man sich versichern, ob der Vermieter seine Mieter dem Fiskus meldet, was die Bedingung für einen Wohngeld-Antrag darstellt (s. *APL). Da zum Glück die Welt nicht aus Menschen wie meiner Vermieterin besteht, habe ich schnell etwas um Lichtjahre besseres gefunden: Das Foyer Les Peupliers II in St. Pierre-les-Corps. Um eine Kurzbeschreibung komme ich an dieser Stelle nicht herum: Primär ist das Wohnheim für SNCF-Angestellte und deren Kinder vorgesehen, aber bei Zimmerüberschuss kann sich jeder dort einmieten. Die Zimmer sind unterschiedlich groß, von 10 bis 15m2, und die Mieten entsprechend gestaffelt – ich habe für mein (großes) Zimmer 1506,- francs bezahlt, abzüglich der APL jedoch weniger als 600,- francs. Die Kaution beträgt zwei Monatsmieten. Jetzt aber zum Wohnheim selbst: Gemeinschaftsküchen mit Kühlschrankfach, Mikrowelle und Öfen, Gemeinschafts(arbeits)räume, Fernsehräume, eine Mini-Bibliothek, ein Billiard- und Kickerraum, Tischtennisräume, «Waschsalon». Der innenarchitektonische Clou der Sache ist jedoch eine Art riesiger Wintergarten über zwei Etagen in der Mitte des Gebäudes, mit Tageslicht durch eine Dachkuppel und einem Plätscherbrunnen. Der gardien ist sehr nett und hat überhaupt nichts gegen Besucher. Dazu kommt die gute strategische Lage: Zum Bahnhof von St. Pierre sind es nur 5 Fußminuten, und der Zug braucht 5 min. bis Tours. Zeiten braucht man sich nicht zu merken, da der gesamte Schienenverkehr von und nach Tours (Sackbahnhof) zwangsläufig über St. Pierre läuft. Bezahlen muss man ebenfalls nichts, da St. Pierre und Tours quasi einen Bahnhof bilden. Schräg gegenüber vom Foyer befindet sich eine Stadtteilbibliothek, zur Innenstadt sind es 10 Fußminuten und zum städtischen Schwimmbad 15. Zwei kaum trennbare Traditionen sind in St. Pierre omnipräsent: die der Eisenbahn und die des PCF (parti communiste français). Letztere Tradition ist Ursache für die außergewöhnliche kulturelle Aktivität dieser ca. 20 000-Einwohner-Gemeinde.

Während meines Aufenthaltes war ich übrigens der einzige ERASMUS-Student, und das «lebende Gedächtnis» des Foyer konnte sich an keinen Präzedenzfall erinnern. Diesen Zustand fand ich eher positiv, da man ständig gezwungen ist, auf Französisch zu kommunizieren. Nach den vier dort verbrachten Monaten war ich jedenfalls voll und ganz integriert (wenn du da bist, viele Grüße an Willi, Estelle, Gislaine, Christophe, Micaël, Ben, Fred, Bertrand, Sandrine, Jérôme, Mallorie, Angélique, Stéphanie, Magalie...).

Verwaltet wird das Foyer von der:

Agence Logements

11, Rue Blaise Pascal

37000 Tours

tél.: 02.47.32.12.28. / 12.29.

 

Erste Schritte - Premières démarches

Carte de Séjour

Der erste Schritt nach der Einschreibung, die carte de séjour braucht man für den *APL-Antrag. Hier fühlt man sich ein bisschen an «Les 12 travaux d’Astérix» und den «laissez-passer A 38» erinnert. Erste Terminanfrage, kurz nach der Anreise, in 19, Rue de la Préfecture (accueil des étrangers): der nächste Termin erst in sechs Wochen oder so. Da kannte ich noch nicht meine Unikurse. Es stellte sich heraus, dass ich an besagtem Termin verhindert sein würde. Zitat, als ich das auf der préfecture sagte: «Haben Sie denn alle Papiere zusammen? Dann kommen Sie doch einfach ohne Termin.» Also: gleich dableiben und sich nicht vertreiben lassen. Eine gute Nachricht: Eine der ersten Amtshandlung der Regierung Jospin war es, alle Verwaltungsakte, die den état civil betreffen, unentgeltlich zu machen, für die carte de séjour braucht man also keine timbre fiscale mehr.

Sprachkurs

Vor dem Semesterbeginn bietet das Institut de Touraine, finanziert von der Uni, einen dreiwöchigen Sprachkurs an. Ich konnte daran nicht teilnehmen, da ich noch ein Schulpraktikum in Deutschland hatte. Die Meinungen über die Effizienz des Kurses waren geteilt, aber er erleichtert mit Sicherheit den (Wieder)Einstieg in die französische Sprache, und nebenher kann man sich schon einmal ein bisschen in Tours orientieren.

*C.U.E.F.E.E. = Centre Universitaire pour l’Enseignement du Français aux Etrangers

Kurz vor Semesterbeginn führt der C.U.E.F.E.E. einen kleinen Einstufungstext durch (Leseverstehen, Grammatik). Die Termine sind auf jeden Fall in der Rue Fromont ausgehängt oder im Sekretariat zu erfragen, wahrscheinlich weiß auch der Service d’Orientation et d’Information Bescheid (Eingangsfoyer).

 

Jetzt wird’s ernst...

Keine Angst, so schlimm wie in «Les 12 Travaux d’Astérix» ist es gar nicht. Allerdings hat man manchmal tatsächlich den Eindruck, Sand im Getriebe der (Uni-)Bürokratie zu sein, da man z.T. so ungewöhnliche Fragen stellt, dass deren Beantwortung den zuständigen Stellen nicht immer leicht fällt. Dafür ist die Uni viel überschaubarer als «la maison qui rend fou» (deshalb möge es mir verziehen sein, wenn ich nicht immer die Raumnummer parat habe).

Einschreibung

Sofort bei der Einschreibung profitiert man von den kleinen Privilegien, die man als ERASMUS-Student genießen darf. Vor der "richtigen" Einschreibung werden alle Formalitäten in einem eigens dafür eingerichteten Büro (in der Regel Place Anatole France) erledigt; die Einschreibung im Uni-Sekretariat ist dann nur noch Formsache. Außerdem bekommst du dort ein ziemlich reichhaltiges Info-Paket überreicht. Die Raumangaben hängen normalerweise gleich im Bereich des Uni-Haupteinganges, ansonsten vor der Tür des ERASMUS-Koordinators (s.u.).

Semesterplanung

Ein kommentiertes Vorlesungsverzeichnis existiert nicht, Lektürehinweise gibt es normalerweise in der ersten Vorlesungsstunde. Kurz vor Vorlesungsbeginn hängt vor dem secrétariat d’histoire der emploi du temps des 1. Semesters aus. Wichtig ist, dass dies ein vorläufiger Zeit- und Raumplan ist, der sich innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen noch erheblich ändern kann. Es lohnt sich also, öfter mal einen schnellen Blick darauf zu werfen. In der Regel werden pro Epoche (hist. ancienne greque, hist. ancienne romaine, hist. médiévale, hist. moderne, hist. contemporaine) ein MB und ein MR (s.u.) angeboten. Das normale ERASMUS-Pensum besteht aus zwei modules, vorzugsweise MR, aber nicht notwendigerweise (geht manchmal stundenplantechnisch auch gar nicht). Möchte man unbedingt eine bestimmte Epochen- Kombination belegen, kann es zu Überschneidungen kommen. Eventuell kann mit den Lehrenden vereinbart werden, deren Seminarnotizen zu bekommen, falls sich die Zeitplanung nicht sowieso noch einmal positiv verändert. Jedenfalls sollte man sich nicht allzu starr festlegen und sich in der ersten Vorlesungswoche mehrere Kurse ansehen; die Titel allein sagen ja nicht allzuviel über die Kurse aus.

Hier einige Abkürzungen, die das Lesen des Planes erheblich vereinfachen:

Ein komplettes module besteht also immer aus einem cours magistral und dem dazugehörigen TD. Pro CM gibt es i.d.R. 2 TD zur Auswahl.

Daneben gibt es noch die Hilfswissenschaften (Sciences auxiliaires, Sc. aux.), von denen mind. eine belegt werden muss, um die licence zu erwerben. Hier gibt es oft interessante Angebote, besonders in den Bereichen hist. mod. oder contemp.

Die Nebel werden sich lösen, wenn du erst einmal über dem Plan meditiert hast. Um ganz sicher zu gehen, sollte man, wenn man sich seinen (vorläufigen) Plan gebastelt hat, den ERASMUS-Koordinator von Tours, z.T. M. Brioist fragen, ob er so in Ordnung ist.

Kurse

... Letzterer ist Spezialist für das moderne England, und seine Veranstaltungen haben immer eine europäische Dimension (Echanges culturels entre la France et la Grande-Bretagne XVIe-XVIIIe siècle). Die Vorlesungen sind ein wahrer Genuss. Die Vorlesung und die TD haben mich sehr für die Thematik der échanges culturels im modernen Europa sensibilisiert. Meine Mittelalter-Veranstaltung hatte ich bei M. Boisselier, über La paysannerie dans l’Europe méditerranéen (makrohistorisch). Vom Typ eher etwas trocken, aber die Vorlesungen waren interessant, und die mündliche Prüfung war nicht unmenschlich. Ein großer Teil der Lehrenden wechselt nach Semesterende und lehrt entweder an einer anderen Uni – viele kommen von außerhalb, z.B. Paris- oder nehmen ein Forschungssemester. Es kann also passieren, dass zum Semesterwechsel fast alle Lehrenden wechseln. Die letzten beiden Monate, Februar und März, bin ich noch zu zwei Vorlesungen gegangen, um ein bisschen fit im Mitschreiben zu bleiben. Mme Turrel (France, XVIe s., MB) spricht schön ruhig und zum Mitschreiben. Das kann man von M. Lescure (Economies européennes, XXe s., MB) nicht behaupten. Dafür sind seine Vorlesungen sehr lebhaft und extrem spannend. Mit dem Mitschreiben ist ein Problem angesprochen: Will man in dem jeweiligen Kurs die Abschlussklausur schreiben, wird man nicht umhin kommen, so ziemlich alles mitzupinnen, was vorne gesagt wird. Die Mitschriften sollte man dann noch einmal zusammenfassen, am besten nicht erst zwei Tage vor der Prüfung.

In den TD sind die exposés je nach der Größe der Kurse entweder alleine oder zu mehreren zu halten. Es stimmt: in den TD wird so gut wie nicht diskutiert. Niemand traut sich Fragen zu stellen, weil man damit den Referenten / die Referentin in Verlegenheit bringen könnte. Allerdings ist es z.B. nicht so, dass man in den Vorlesungen keine Fragen stellen dürfte, das kommt durchaus vor.

Klausuren

Für das Wintersemester finden die Abschlussprüfungen Mitte bis Ende Januar statt, für das Sommersemester Mitte bis Ende Mai. Die Endnote setzt sich zusammen aus a) der Note eines oder mehrerer Referate (exposés) und evtl. einem partiel, d.h. einer Probeklausur (ob sie gewertet wird oder nicht, ist weitestgehend den Lehrenden überlassen) und b) einer mündlichen oder schriftlichen Abschlussprüfung. Letztere macht zwei Drittel der Endnote aus. In der mündlichen Prüfung zieht man eins von vielen, vielen Themen und hat dann ca. 15 min. Zeit, sich Stichpunkte zu machen, um dann in etwa ebenso lange etwas zu erzählen. In der schriftlichen Prüfung stehen üblicherweise eine dissertation und eine explication de texte zur Auswahl (s. *C.U.E.F.E.E., Stichpunkt "Atelier"). In welchem Kurs eine mündliche und in welchem eine schriftliche Prüfung ansteht, wird ein bis zwei Wochen vorher ausgelost. Für ERASMUS-Studenten ist es manchmal möglich, schriftliche und mündliche Prüfung gegeneinander zu tauschen, falls nicht eine der beiden überbelegt ist. Falls es möglich ist, sollte man versuchen, beide Prüfungen mündlich zu absolvieren. Von der Vorbereitung ändert sich damit zwar nichts, aber die schriftlichen Prüfungen bergen so einige Schwierigkeiten und Tücken. Eine dissertation unterscheidet sich grundlegend von einer Hausarbeit, und der Zeitdruck ist enorm, besonders bei einer explication de texte. Sollte die Abschlussprüfung danebengehen, nicht aufgeben! Normalerweise gibt es dann die Möglichkeit, eine kleinere Hausarbeit abzuliefern, um die Note zu ersetzen. Der Stressfaktor ist bei solchen Prüfungen, die für uns ja eher die Ausnahme sind, natürlich ziemlich hoch. Doch gerade deshalb läuft man dann zu ungeahnter Höchstform auf.

 

Fazit

Das Fazit ist eigentlich kurz: Sofort wieder (und wenn möglich, länger). Ich habe in meinem Erfahrungsbericht ein bisschen die Uni-Seite in den Vordergrund gestellt, weil ich denke, dass der aspect convivial sowieso nicht zu kurz kommen wird. Der Austausch hat mir nicht nur eine gute Portion culture générale nahegebracht, sondern auch vorher so gut wie unbekannte Studieninhalte (über das 16. und 17. Jahrhundert wusste ich vorher sehr wenig, und englische Geschichte war bis jetzt bei mir auch eher unterbelichtet). Beeindruckt hat mich auch der europäische Aspekt in drei von vier belegten Kursen.

Jetzt bleibt mir nur noch, dir viel Spaß in Tours zu wünschen.

 

La vie pratique – mots clefs

APL = Allocations Personnalisées de Logement / CAF = Caisse des Allocations Familiales

Jeder in Frankreich Studierende kann bei der CAF Wohnbeihilfe beantragen, die bis zu 1000,- francs betragen kann. Ganz anders als beim BAFöG reicht dafür eine Geburtsurkunde und ein Studiennachweis, und die Regierung Jospin hat von allen Verwaltungsformularen, also auch den APL-Anträgen, alle "überflüssigen" Fragen und Angaben streichen lassen. Berechnungsgrundlage für den Zuschuss ist das Einkommen (auch Zuschuss der Eltern etc.) von vor 2 Jahren. Es sind keine Nachweise nötig, es handelt sich um eine déclaration d’honneur. Der Zuschuss wird zunächst dem Vermieter überwiesen, der ihn dann an den Mieter weitergibt, per Verrechnung, Überweisung, Scheck oder bar, je nach Vermieter (s. auch *Bank). Ebenfalls anders als beim BAFöG ist von den APL nichts zurückzuzahlen.

Auberge de Jeunesse

Parc de Grandmont, 37000 Tours

tél.: 02.47.25.14.45

Bank

Eine Bankverbindung braucht man hauptsächlich, um sich vom Vermieter die *APL erstatten zu lassen. Ob diese auch in bar – en espèces – ausgezahlt werden können, hängt vom règlement des Vermieters ab. Ist dies möglich, kommt man ebenso gut mit einer EC-Karte oder einer Kreditkarte aus (EC-Karte: max. 2000 francs pro Auszahlung, i.d.R. 5,- DM Gebühr. Am besten vorher bei der Bank nachfragen). Einen günstigeren Wechselkurs (bis 2002) gibt es mit einem Postsparbuch, hier gibt es jedoch einen monatlichen Höchstgrenze für Abhebungen. Braucht man eine Bankverbindung, möchte aber ein kostenfreies Konto haben, kann man ein "Schalterkonto" ohne Bankkarte eröffnen – letztere kostet z.B. beim Crédit Lyonnais 22,- francs pro Trimester, eine carte bleue (Kreditkarte) natürlich etwas mehr.

Bei der Kontoeröffnung sollte man unbedingt nach der Gewährung eines Überziehungsrahmens fragen (faire fonctionner en lignes créditrices). Anders als in Deutschland schlagen die Banken pro Überziehungstag, unabhängig von der Höhe der Überziehung, mit 35,- bis 40,- francs Gebühren zu. Deshalb ist es ratsam, sich bei der Kontoeröffnung die allgemeinen Geschäftsbedingungen (les conditions générales) und die aktuelle Preisliste (les tarifs en vigueur) geben zu lassen. Sollte es dennoch einmal Probleme mit der Bank (oder anderen Institutionen) geben, sollte man sich vertrauensvoll an den Verbraucherschutz wenden (Union départementale des droits des consommateurs, 8, Place de la Tranchée. In den Pages Jaunes verifizieren). Mit deren Hilfe und mit der Hilfe netter Leute im Foyer, die meinen Beschwerdebrief korrigiert haben, hat mir der Credit Lyonnais z.B. die 120 francs Überziehungsgebühren zurückerstattet, die auf die Abwesenheit jeglicher Informationen zurückzuführen waren. Die Banken funktionieren in Frankreich eben etwas anders als in Deutschland, lernt man daraus.

Ein kleines Problem entsteht bei der Auflösung des Kontos: da die *APL immer mit etwas Verspätung ausgezahlt wird, muss die Auflösung i.d.R. schriftlich erfolgen. Bei der Überweisung des Restgeldes entstehen natürlich Überweisungsgebühren (Achtung: (noch) ist paradoxerweise eine Überweisung in EURO ungünstiger als in francs).

ein Konto eröffnen = ouvrir un compte

ein Konto auflösen = dissoudre un compte

eine (Kassen-)Einzahlung vornehmen = faire un versement (en espèces)

ein Scheck einlösen = déposer un chèque

ein Scheckheft anfordern = commander un chequier

Besichtigungen: visites à Tours et aux alentours

In Tours gibt es 13 Museen. Gesehen haben sollte man das Hôtel Goüin (Musée d’Archéologie, in einem Renaissance-Haus) und das Atelier d’Histoire de Tours. Das Museum d’Histoire Naturelle (eine sehr gute Dauerausstellung, eine Wechselausstellung) und das Musée des Beaux-Arts sollte man sich ebenfalls ansehen. Angesichts dieses Angebots lohnt sich unbedingt die Carte Multi-Visites. Sie kostet für Besitzer des Passeport Culturel nur 25,- francs und berechtigt zum Eintritt in 6 städtische Museen und zur Teilnahme an einer visite guidée thématique (u.a. Tours antique, Tours à la Renaissance). Achtung: Führungen gibt es nur von Ostern bis Oktober!

Die congés und pauses pédagogiques erlauben es, etwas mehr von Frankreich als nur Tours zu sehen. Die wohl günstigste Gelegenheit dazu bietet sich über das *C.U.E.F.E.E. In der Touraine sollte man sich wenigstens eins der berühmten Châteaux de la Loire ansehen (da hat man dann die Qual der Wahl). Paris ist auch nicht zu weit, und besonders nicht teuer, falls man zu dritt oder zu viert eine Mitfahrgemeinschaft bildet (schwarze Bretter, *MULC, *C.U.E.F.E.E.), mit der Carte 12-25 (s. *SNCF) kostet die einfahre Fahrt Tours -> Paris im TGV 99,- francs. Die billigste Übernachtungsmöglichkeit (2 bis 3 Tage sind zu empfehlen), außer bei Freunden und Bekannten, ist das «Automatikhotel» Formule 1 (porte de St-Ouen (3-Bett-Zimmer à 179,- francs). Achtung: Bezahlung per Scheck mit Aufpreis). Empfehlen kann ich in Paris das BDIC (musée d’histoire contemporaine) im Hôtel des Invalides, und gleich nebenan das Musée de l’Armée, besonders der salon 39-45 (wie in jedem Armeemuseum sind manche Ausstellungen kritisch zu beurteilen). Den Louvre sollte man auch gesehen haben, auch wenn man gerade kein Kunstfan ist, denn er lohnt sich schon für die Teile über die Geschichte des Louvre, dessen mittelalterlichen Fundamente, die Ausstellungen zu Ägypten, Mesopotamien, Persien, zur frühislamischen Kunst etc. Ab 15.00 Uhr ist es billiger, und jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt kostenlos (wahrscheinlich dafür auch voller). Montags sind meistens einige Ausstellungsteile gesperrt. Museen gibt es in Paris zu allen Themen, und manche davon sind sogar kostenlos. Informationen zu (fast) allen gibt es auf der Website des Office de Tourisme (s. *Computer und Internet). Von Paris aus bietet sich selbstverständlich auch ein Ausflug nach Versailles oder Fontainebleau an. Das Futuroscope bei Poitiers (eine Art «Movie World») lohnt sich meiner Meinung nach nur, wenn man an stark verbilligte Eintrittskarten kommt.

Wichtiger zu sehen als alle Museen, Schlösser und Erlebnisparks ist jedoch Oradour-sur-Glane, nahe Limoges. Hier haben 1944, kurz nach dem débarquement in der Normandie SS-Einheiten die gesamte Dorfbevölkerung mit unvorstellbarer Grausamkeit hingerichtet. Das Dorf wurde nach dem Krieg als Mahnmal in seinem Zustand belassen. Informationen gibt es beim Syndicat d’Initiative, 1, rue No 4, 87520 Oradour-sur-Glane, tél.: 02.55.03.13.73.

Bibliothèque Municipale (B.M.)

Gute, oft notwendige Ergänzung zur *B.U. Lohnenswert ist auch die «discothèque» neben der salle adultes der B.M. Meine musikalischen Entdeckungen: Francis Cabrel, Pascal Obispo, Florent Pagny, Manu Chao. Etwas «härter»: Louise Attaque, Noir Désir. Ein paar Klassiker gehören schon fast zur culture générale: Piaf, Moustaki, Brassens, Polnareff, Renaud.

Bibliothèque Universitaire (B.U.)

Die Zahl der ausleihbaren Bücher pro Student ist in der licence auf 4 beschränkt. Die Ausleihzeit beträgt 2 Wochen, verlängern kann man um 1 Woche. Bei verspäteter Abgabe wird man für die Anzahl der überzogenen Tage vom Leihverkehr ausgeschlossen. Die Monographien zu Geschichte stehen im Lesesaal der 1. Etage, die Zeitschriften sind auf der 2. Etage zu finden.

Seit längerer Zeit bestehen Pläne zum Bau einer großen Bibliothek (Zusammenlegung der section lettres – sciences humaines aus Tanneurs und der B.M.) im Viertel Sanitas. Zum Glück konnte dies bis jetzt verhindert werden; das würde nämlich 15 Minuten Fußweg von den Kursräumen zur Bibliothek bedeuten. Sicher ist jedenfalls ein Umbau der 2. Etage der B.U. (Service de Documentation, Zeitschriftenbestände), der das Angebot zwischenzeitlich erheblich reduzieren würde. Die Termine für den Umbau sind jedoch noch nicht festgelegt.

Bücher

5% auf alle Bücher gibt es in der FNAC, Rue Nationale. Eine gute Erfindung sind die «Que sais-je». 1945 gegründet, gibt es in dieser bekannten Uni-Publikationsreihe inzwischen ca. 3000 Titel; viele ältere Klassiker wurden inzwischen neu aufgelegt. Auf ca. 100 Seiten werden die Themen i.d.R. gut lesbar abgehandelt. Der Normalpreis beträgt ca. 42,- francs, aber mit Glück findet man genau den Band, den man sucht, bei Maxi-livres (u.a. 2 Geschäfte Rue Nationale) für 12,50 francs.

CD-Rom - Recherche

2. Etage, *B.U. (Anmeldung)

C.E.S.R. = Centre des Etudes supérieurs de la Renaissance

Geht man im vierten Studienjahr nach Tours, kann man dort seine maîtrise machen. Die Bibliothek ist für alle Studenten offen (Präsenzbibliothek).

59, rue Nériault Destouches, 37000 Tours

tél.: 02.47.20.71.86

Computer und Internet

Der Computer kann ruhig zu Hause gelassen werden. Erstens sind während des Semesters / Jahres keine schriftlichen Arbeiten abzugeben, und falls doch, können diese entweder handschriftlich abgegeben werden (was keinen Lehrenden stört) oder in den Computerräumen geschrieben werden (s.u.). Falls man doch nicht auf einen Computer verzichten möchte, ist es am günstigsten, sich bei Occase’Info (schräg gegenüber der Uni) ein gebrauchtes Notebook zu kaufen. (Okt. 98: brauchbares Notebook inkl. Software für 1490,- francs).

Es gibt zwei Möglichkeiten, (kostenlos) Internet-Dienste zu nutzen. Nr.1: 2. Etage *B.U. Anmeldung nötig. Dient der Suche nach wissenschaftlicher Literatur, keine e-mails. Keine Disketten zugelassen. Möglichkeit des Ausdrucks auf Laserdrucker (eigenes Papier mitbringen. Nr. 2: Internet-Räume der verschiedenen départements. Hier hat man die Wahl zwischen der 3. Etage (für die Historiker) und der Rez-de-Chaussee, salle 16 (eigentlich für die Hispanisten und Germanisten, die erweiterte Definition schließt germanophone Studenten mit ein). Ausgestattet mit Kopfhörern. Die Belegungspläne hängen vor den jeweiligen Räumen. Ähnlich wie in den Bochumer CIP-Inseln bietet sich zu anderen Zeiten auch die Möglichkeit zu Textverarbeitung, Tabellenkalkulation u.ä.

Hier eine Auswahl interessanter französischsprachiger Websites:

http://www.sncf.fr

http://www.pagesjaunes.fr

[alle Telefonanschlüsse in Frankreich und die gelben Seiten]

http://www.muniments-france.fr

[La Caisse nationale de monuments histoirques et des sites]

http://www.culture.fr/louvre/index.html

http://www.paris-touristoffice.com/

http://www.pagefrance.com

[tous les médias français]

http://www.radio-france.fr.

[France Culture und France Inter übers Internet hören]

http://www.arte-tv.com/

http://www.lemonde.fr/

http://www.liberation.fr

http://www.bpi.fr

[La bibliothèque publique d’information]

C.R.O.U.S. = Centre Régional des Œuvres Universitaires et Scolaires

Boulevard de Lattre de Tassigny, 37000 Tours

tél.: 02.47.05.17.55

C.U.E.F.E.E. = Centre Universitaire pour l’Enseignement du Français aux Etrangers

Hinter diesen sechs Buchstaben verbirgt sich eine ziemlich einzigartige Einrichtung, dazu gedacht, den ausländischen Studenten und DELF-Kandidaten (Sprachzertifikat) die französische Sprache und Kultur näherzubringen. Die Kursangebote reichen von Grammatik, Literatur, Methoden und Sprachlabor über Civilisation (Landeskunde), Panorama (Überblick über die franz. Kultur und Geschichte) und Histoire (Schlaglichter der franz. Geschichte) bis hin zu Ateliers, d.h. Kleingruppen, die meisten betreut von FLE-Studenten (Français Langue Etrangère) in der maîtrise. Die meisten Gruppen sind nach Niveaus differenziert (s. Kap. Erste Schritte – Premières Démarches). Besonders zu empfehlen sind die Kurse der beiden Gründer de C.U.E.F.E.E., Frédéric Calas (Grammaire 4) und Dominique Charbonneau (Civilisation). Die Qualität und die Atmosphäre der Ateliers hängt von den jeweiligen KursleiterInnen ab. Wichtig ist, dass das Programm teilweise bis ganz von den Teilnehmern bestimmt wird, und man z.B. fragen kann, worauf man bei einer dissertation oder einer explication de texte so achten muss.

Neben den Kursen bietet der C.U.E.F.E.E. pro Semester mehrere Ausflüge an. Im WS 98/99 zum Beispiel einen zu den Winzern der Loire und einen zweiten nach Paris.

Die jährliche Zulassungsgebühr zu allen Kursen beträgt 300,- francs, die sich lohnen. Das C.U.E.F.E.E. befindet sich in der Rue Fromont (nicht zu verfehlen, da sehr kurze Straße).

Im März hat es eine kleines Gerangel zwischen dem Leiter des C.U.E.F.E.E. und der Uni gegeben, da dieser den "Fehler" gemacht hatte, eine Stelle für eine Sekretärin zu beantragen. Daraufhin wurde der Einrichtung der unhaltbare Vorwurf der Ghettoisierung der ausländischen Studenten gemacht.

Fahrrad

Wenn man die Möglichkeit hat: mitnehmen! Oder gebraucht bei Emmaüs kaufen (s. ältere Erfahrungsberichte) und hinterher weiterverkaufen.

In Sachen Fahrrad tut sich langsam was. Die Rue Nationale (Haupteinkaufsstraße) wird für den PKW-Verkehr gesperrt und für Busse und Fahrräder reserviert. Und zum ersten Mal wurde 1999 ein Plan zur Entwicklung eines übergreifenden Radwegenetzes für die agglomération Tours (Tours, Chambray, St-Cyr-sur-Loire, La Riche, St.-Avertin, St-Pierre-des-Corps, Joué-les-Tours etc.) verabschiedet. Hauptsächlich sind es jedoch immer noch die StudentInnen, die Fahrrad fahren. Spart ja schließlich auch viel Zeit und vor allem Geld. Und die letzten Busse (außer Nachtbus) fahren um 20.30!

Kino

Sehr zu empfehlen für die Schulung des Hörverstehens. Die verschiedenen Ermäßigungen wirst du schon selber rausfinden; das spricht sich eigentlich auch schnell herum (du bist schließlich nicht der einzige deutschsprachige ERASMUS-Student in Tours, 98/99 waren es allein 18 aus Bochum, der Großteil Französisch-Studenten).

Lebenshaltungskosten
Es sollte mit durchschnittlich 4000 francs / Monat gerechnet werden. Am Anfang etwas mehr (Mietkaution, Anschaffungen), am Ende weniger (Rückzahlung Mietkaution, APL).

MULC

«La maison de l’étudiant». Befindet sich im Gang gleich rechts vom Haupteingangsfoyer. Hilft enorm bei der Zimmersuche. Im März ’99 vom Rausschmiss aus der Uni bedroht (Begründung: hauptsächlich kommerzielle Zielsetzung, trotz Vermietung und Vermittlung von Sozialwohnungen an finanziell schwache Studenten).

Passeport Culturel Etudiant (PCE)

Gibt’s ab Ende September für 30,- francs im Service Vie Universitaire, Culture et Communication, Uni (Tanneurs), porte 109bis - Hall d’acceuil – 1er étage. Ist wirklich Gold wert. Günstigere Leserkarte für die bibliothèque municipale, ermäßigte Eintritte in *Kino, Theater, Konzerte, ermäßigte Carte Multi-Visites etc.

Radio

Unbedingt mitzunehmen. Meine bevorzugten Sender: France Inter (104,?) und France Culture (96,?). Auf France Inter lohnt sich besonders die Zeit zwischen 8.00 und 9.00 Uhr. Jeden Morgen wird die Etymologie eines Wortes erklärt, und danach kommt der nationale und internationale Pressespiegel. France Culture bringt Buchbesprechungen, Sondersendungen zu historischen Ereignissen, politische und historische Diskussionsrunden, Kulturinfos (Ausstellungen, Theater, Konzerte). Manchmal nervt es allerdings auch mit moderner Kammermusik und später abends mit endlosen bizarren Hörspielen. France Inter und France Culture auf jeden Fall am 11. November (Feiertag) einschalten. Auch auf Ausstellungen etc. achten!

24std. Nachrichten gibt es auf France Info (105,7), mit vertiefenden Analysen, Interviews und Korrespondentenberichten (z.Zt. Kosovo-Konflikt, Fortsetzung folgt?), für Lokales gibt es Radio France Tours, und als alternatives, erfrischend linkes Jugendradio bietet sich Radio Béton an (93,6).

SNCF
Carte 12-25: 270,- francs. 1 Zeitjahr gültig. 25 % in der période blanche, 50 % in der période bleue.

Sport

Kurz vor oder zu Beginn des Semesters hängen die Sportkurse des SUAPS (Service des Activités Physiques et Sportives) aus. Sie sind alle kostenlos (bzw. Materialbeitrag) und enorm vielfältig (sehr viel mehr Auswahl als in Bochum). Für manche Kurse muss man sich beeilen, da die TN-Zahl beschränkt ist. Für manche Kurse (alle Schwimmkurse) ist ein ärztliches Attest nötig. Das gibt’s kostenlos beim service médico-social universitaire neben dem Palais des Sports in Tours, im Viertel Sanitas.

Telefonieren

Billiger ins Ausland telefonieren kann man mit der carte Intercall, der omnicarte oder wie sie auch immer heißen mögen. Für 100 francs hat man dann nach Deutschland fast die doppelte Gesprächszeit als mit einer télécarte (France Télécom). Gibt’s in jedem tabac.

Übersetzungskurse

Auch als Nicht-Romanist sollte man sich ruhig trauen, an einem der Übersetzungskurse bei den Germanisten oder in LEA (langues étrangères appliquées) teilzunehmen. Ob in DEUG 1, DEUG II oder in der licence, tut so viel nicht zur Sache. Es gibt Kurse für Übersetzungen deutsch-franz. (version) und franz.-deutsch (thème). Die Kurse stehen auf den Plänen vor den Sekretariaten für Germanistik und für LEA, beide Rez-de-Chaussée (Tanneurs). Die Kurse bei M. Grass sind einfach spitze. Wer etwas Niederländisch lernen oder auffrischen möchte, ist bei M. Bergmans gut aufgehoben (Kurse in DEUG I & II).

 

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