Evangelische Allianz

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Weltweite_Evangelische_Allianz   (WEA)

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Evangelische_Allianz     (EAD)

 

http://www.ead.de/ 

http://www.ead.de/die-allianz/netzwerk/die-evangelische-allianz-als-netzwerk.html 

http://www.ead.de/die-allianz/basis-des-glaubens.html

gemeinsam glauben - miteinander verbinden

Die Evangelische Allianz ist ein Netzwerk. Evangelisch-reformatorisch gesinnte Christen aus den verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften wissen sich im gemeinsamen Glauben verbunden. In vielen freien Werken sind sie aktiv. Die Deutsche Evangelische Allianz hält zu 342 überregionalen Werken und Verbänden Kontakt. Aber die Evangelische Allianz wird auch vor Ort in 1.105 Orten in Deutschland konkret gelebt.
Als Deutsche Evangelische Allianz sehen wir den Auftrag, diese Verbindungen zu pflegen und über dieses Netzwerk auch immer wieder neue Impulse zum gemeinsamen Dienst zu vermitteln.

Die gemeinsame Basis des Glaubens

Als Evangelische Allianz bekennen wir uns zur Offenbarung Gottes in den Schriften des Alten und Neuen Testaments. Wir heben folgende biblische Leitsätze hervor, die wir als grundlegend für den christlichen Glauben ansehen und uns als Christen eine Hilfe sein sollen zu gegenseitiger Liebe, zu diakonischem Dienst und evangelistischem Einsatz.

Wir bekennen uns

·   zur Allmacht und Gnade Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes in Schöpfung, Offenbarung, Erlösung, Endgericht und Vollendung;

·   zur göttlichen Inspiration der Heiligen Schrift, ihrer völligen Zuverlässigkeit und höchsten Autorität in allen Fragen des Glaubens und der Lebensführung;

·   zur völligen Sündhaftigkeit und Schuld des gefallenen Menschen, die ihn Gottes Zorn und Verdammnis aussetzen;

·   zum stellvertretenden Opfer des menschgewordenen Gottessohnes als einziger und allgenugsamer Grundlage der Erlösung von der Schuld und Macht der Sünde und ihren Folgen;

·   zur Rechtfertigung des Sünders allein durch die Gnade Gottes aufgrund des Glaubens an Jesus Christus, der gekreuzigt wurde und von den Toten auferstanden ist;

·   zum Werk des Heiligen Geistes, welcher Bekehrung und Wiedergeburt des Menschen bewirkt, im Gläubigen wohnt und ihn zur Heiligung befähigt;

·   zum Priestertum aller Gläubigen, die die weltweite Gemeinde bilden, den Leib, dessen Haupt Christus ist, und die durch seinen Befehl zur Verkündigung des Evangeliums in aller Welt verpflichtet ist;

·   zur Erwartung der persönlichen, sichtbaren Wiederkunft des Herrn Jesus Christus in Macht und Herrlichkeit; zum Fortleben der von Gott gegebenen Personalität des Menschen; zur Auferstehung des Leibes zum Gericht und zum ewigen Leben der Erlösten in Herrlichkeit.

Glaubensbasis der Evangelischen Allianz
vom 2. September 1846, sprachlich überarbeitet 1972 

 

Evangelische Allianz Bochum

 

http://www.ead-bo.de/ 

http://www.ead-bo.de/leitbild.html 

Unser Leitbild

Wir sind als Evangelische Allianz gerufen durch unsere Einheit und Vielfalt in unserer Stadt Jesus Christus zu bezeugen und Menschen in seine Nachfolge zu rufen.

 Unsere Vision

Wir verstehen uns als Gemeinschaft, die sich darin vereint weiß, dass Jesus Christus der Anfänger und Vollender unseres Glaubens und auch unserer Gemeinschaft ist. Darum wollen wir in allem ihm allein die Ehre geben, indem wir ...

»Gott anbeten!«

Jesus Christus ist der Ausgangs- und Mittelpunkt unserer Gemeinschaft, ihn allein wollen wir ehren und über alles Trennende erheben. Wir glauben, dass unsere Gemeinschaft nur so stark sein kann, wie wir in gemeinschaftlicher Anbetung und leidenschaftlichem Gebet verbunden und vereint sind.
Wir wollen daher Räume eröffnen, in denen dazu ermutigt wird, einen Lebensstil und eine Kultur der Fürbitte und Anbetung in unserer Stadt zu entwickeln.

»Einheit leben!«

Wir wissen uns der Bitte und dem Vermächtnis Jesu verpflichtet, dass wir eins sein sollen, wie er mit dem Vater eins ist. Dies ist für uns Gabe und Aufgabe zugleich.
Wir wollen daher eine Gemeinschaft gegenseitiger Hingabe und Wertschätzung sein, die Einheit in authentischer und glaubensauslösender Weise lebt. Die Unterschiedlichkeit und Vielfalt unserer Gemeinden vor Ort, ihre Einzigkeit und Unverwechselbarkeit und die sich daraus ergebenden Spannungen bejahen wir als gegenseitige Bereicherung und wollen sie fruchtbringend zu gegenseitigem Nutzen und zum Wohle unserer Stadt in die gemeinsame Arbeit einbringen.

»Menschen dienen!«

Wir werden von der Sehnsucht getrieben den Nöten und Problemen der Menschen unserer Stadt in der Liebe und Barmherzigkeit Gottes zu begegnen und sie einzuladen, ihr Leben dem auferstandenen Christus anzuvertrauen. Davon überzeugt, dass lebendige Gemeinden der effektivste Weg sind, Menschen in die Nachfolge Jesu zu rufen, fördern und unterstützen wir die Gründung und den Aufbau neuer und bestehender Gemeinden.

Unsere Werte

Wir sehen uns als Allianzgemeinschaft in die Herausforderung gestellt, auf dem Hintergrund unterschiedlicher theologischer Traditionen und Formen der Spiritualität gemeinsam Auftrag und Vision, die Gott uns gegeben hat, in ausgewogener und gesunder Weise zu gestalten Unsere Gemeinschaft und unser Dienst werden dabei nur so stark und glaubwürdig sein können, wie unsere Beziehungen von Liebe und Wahrhaftigkeit getragen werden. Als Ausdruck dieses Fundamentes wissen wir uns den folgenden Grundwerten in unserem gemeinsamen Dienen und Arbeiten verpflichtet:

Wir legen großen Wert auf Transparenz sowohl in unseren Beziehungen als auch in unserer Kommunikation. Daher suchen wir das offene und ehrliche Gespräch, in dem Bemühen einander tiefer kennen zu lernen und Wert zu achten.

Uns ist es wichtig, einander mit aufrichtigem Respekt und ehrlicher Wertschätzung zu begegnen und den jeweils anderen in seiner Einzig- und Andersartigkeit anzunehmen und zu achten.

Wir schätzen es, in gegenseitiger Hingabe und Unterstützung einander zur Seite zu stehen. Wir wollen uns nicht selbst zum Maßstab machen, sondern bereit sein, voneinander zu lernen, einander zu ergänzen und zu dienen.

Wir legen Wert auf Einvernehmlichkeit in unseren Entscheidungen und Beschlüssen. Bei der Findung und Umsetzung gemeinsamer Ziele suchen wir einerseits Extreme, andererseits Gleichförmigkeit zu vermeiden und uns an dem uns Verbindenden zu orientieren.

Wir schätzen es, im Team zu arbeiten und zu dienen. Ziele versuchen wir dabei gemeinsam zu entwickeln und zu erreichen. Deshalb ermutigen wir dazu, dass alle Beteiligten ihre Gaben, Stärken und Kernkompetenzen konstruktiv in diesen Prozess einbringen.

Wir sind davon überzeugt, dass unsere gemeinsamen Dienste nur so glaubwürdig sein können, wie unsere Beziehungen durch Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit geprägt sind. Daher verpflichten wir uns, unser Miteinander in gegenseitiger Verantwortlichkeit und Verbindlichkeit zu gestalten.

Uns ist es wichtig, uns in unseren Veranstaltungen und Diensten um Qualität und Gesellschaftsrelevanz zu bemühen, ohne dabei unser Profil und unsere Identität zu verleugnen.

 

 

Lausanner Bewegung

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Lausanner_Bewegung 

http://www.bibel-glaube.de/handbuch_orientierung/Lausanner_Bewegung.html

 

Die Lausanner Bewegung, so genannt nach dem Internationalen Kongress für Weltevangelisation 1974 in Lausanne, ist eine überkonfessionelle evangelikale Bewegung mit dem Ziel, Kirchen, Konfessionen, Organisationen, Netzwerke und Einzelne zu mehr Engagement bei der Evangelisation der Welt zu bewegen. Die von der Lausanner Bewegung herausgegebenen Dokumente werden als Grundkonsens der evangelikalen Bewegung angesehen.

Die Lausanner Bewegung Deutschland ist der deutsche Zweig der internationalen Lausanner Bewegung. Sie nennt sich seit 2002 Koalition für Evangelisation in Deutschland. Der deutsche Zweig arbeitet insbesondere mit der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste der EKD und der Deutschen Evangelischen Allianz zusammen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lausanner_Verpflichtung  

http://www.lausannerbewegung.de/data/files/content.publikationen/55.pdf 

 

Die Lausanner Verpflichtung ist eine freiwillige, christlich-evangelikale Verpflichtungserklärung aus dem Jahr 1974, die zum Ziel hat, aktiv die Ausbreitung des Christentums zu fördern. Die Erklärung wurde im Rahmen einer Konferenz unter dem Titel „Internationaler Kongress für Weltevangelisation“ formuliert und von mehr als 2.300 Personen verabschiedet.  (Siehe LausannerVerpflichtung.pdf)

 

 

Evangelikalismus

Der Evangelikalismus (vom englischen evangelicalism) ist eine theologische Richtung innerhalb des Protestantismus, die auf den deutschen Pietismus, den englischen Methodismus und die Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts zurückgeht.

Evangelikale sind der Überzeugung, dass zum Christentum eine klare persönliche Willensentscheidung (Bekehrung) und eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus gehören. Zentrales Element ist die Berufung auf die Autorität der Bibel als zentrale Grundlage christlichen Glaubens. Zum Teil wird an die Irrtumsfreiheit der Bibel geglaubt.

Das zugehörige Adjektiv evangelikal bezeichnet eine Glaubensüberzeugung und wird von dem umfassenderen und häufig konfessionsbezogen verwendeten Adjektiv evangelisch unterschieden. Evangelikale Christen können verschiedenen protestantischen Konfessionen angehören, sie können beispielsweise reformiert, lutherisch, baptistisch, methodistisch oder anglikanisch sein, sich aber auch konfessionsübergreifenden oder nicht-konfessionellen Gruppierungen zugehörig fühlen.

Billy Graham 

http://de.wikipedia.org/wiki/Billy_Graham 

Insgesamt verkündigte Graham auf 417 Großveranstaltungen vor 210 Millionen Menschen in 185 Ländern. Allein sieben Mal trat er in Deutschland auf, zuletzt 1993 bei der Veranstaltung ProChrist.

ProChrist

http://de.wikipedia.org/wiki/ProChrist 

ProChrist ist eine Massenevangelisationsveranstaltung, die seit 1993 im zwei- bis dreijährigen Turnus stattfindet. Dabei wird eine zentrale Veranstaltung per synchroner Satellitenübertragung europaweit an angeschlossene lokale Veranstaltungsorte gesendet. ProChrist wird von Mitgliedern christlicher Frei- und Landeskirchen getragen. Ziel ist die Bekehrung von Menschen zum Glauben an Jesus Christus.

Seit 1997 gibt es zusätzlich die vom ProChrist-Verein initiierte Kinderveranstaltung ProChrist für Kids, seit 1998 die Jugendveranstaltung JesusHouse und seit 2005 ProChrist mobil und ProChrist TV, die in Kooperation mit dem Evangeliums-Rundfunk ERF produziert und ausgestrahlt wird.

 

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsgemeinschaft_Christlicher_Kirchen_in_Deutschland

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland e. V. (ACK) ist ein 1948 gegründeter Zusammenschluss christlicher Kirchen in Deutschland zum Zweck der Förderung ökumenischer Zusammenarbeit und der Einheit der Kirchen. Sie bildet den Nationalen Kirchenrat für Deutschland und ist als solcher assoziierte Organisation beim Weltkirchenrat.

Einzelne Kirchen können Mitglieder-, Gast- oder Beobachterstatus besitzen. Neben der Mitgliedschaft auf Bundesebene gibt es auch landesweite und örtliche ACK, wo sich die Mitgliedschaft von der auf Bundesebene unterscheiden kann. So kann etwa eine lokale Gemeinde einer bestimmten Kirche in der örtlichen ACK Mitglied sein, ohne dass die Kirche selbst auf Landes- oder Bundesebene der ACK angehört. Auch der umgekehrte Fall ist möglich.

Die in der ACK zusammengeschlossenen Kirchen „bekennen den Herrn Jesus Christus gemäß der Heiligen Schrift als Gott und Heiland und trachten darum, gemeinsam zu erfüllen, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (§ 1 der Satzung). Diese Formulierung entspricht der Basisformel des Weltkirchenrates.

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Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter der ACK in Deutschland

Mitglieder

Die Mitglieder, Gastmitglieder und Ständigen Beobachter in Deutschland setzten sich aus einer Vielzahl kirchlicher Gruppen zusammen.

Erstens handelt es sich um die orthodoxe Tradition:

Zweitens sind Kirchen aus der evangelischen Tradition zu erwähnen:

Drittens werden Kirchen aus der katholischen Tradition gelistet:

Viertens sind weitere Traditionen:

Gastmitglieder und Ständige Beobachter

Gastmitglieder sind das Apostelamt Jesu Christi, Cottbus, der Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland, Witten, der Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden, Erzhausen und die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, Hannover und Ostfildern.

Ständige Beobachter sind die Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker), Bad Pyrmont, die Arbeitsgemeinschaft Ökumenischer Kreise e. V. (AÖK), Hofheim/Murnau, das Evangelische Missionswerk, Hamburg, und der Christinnenrat (Ökumenische Arbeitsgemeinschaft in Deutschland), Düsseldorf.

Organisationsstruktur

Mitgliederversammlung und Bundesvorstand

Als Leitungsorgan der ACK fungiert die zweimal jährlich tagende Mitgliederversammlung, der Delegierte der Mitglieder, Gastmitglieder und Ständigen Beobachtern angehören. Die Legislaturperiode beträgt fünf Jahre.

Der Bundesvorstand setzt sich aus Mitgliedern der unterschiedlichen Konfessionen zusammen: Vorsitzender ist der (evangelische) Braunschweiger Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber, seine Stellvertreter der (römisch-katholische) Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann und die (baptistische) Generalsekretärin Regina Claas. Weitere Vorstandsmitglieder sind Erzpriester Constantin Miron (griechisch-orthodox) und Bischof Hans-Jörg Voigt (Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche).

Regionalverbände in Deutschland

In Deutschland gibt es 14 regionale Verbände der ACK in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin-Brandenburg (Ökumenischer Rat), Bremen, Hamburg, Hessen und Rheinhessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Lübeck und Schleswig-Holstein, Region Südwest mit Rheinland-Pfalz und dem Saarland und in Thüringen.

Auf regionaler und lokaler Ebene steht der Begriff ACK gelegentlich für „Arbeitskreis Christlicher Kirchen“".

Ökumenische Centrale (ÖC)

Die Ökumenische Centrale (ÖC) in Frankfurt am Main ist die Geschäftsstelle der ACK Deutschland. Sie ist prinzipiell konfessionell paritätisch besetzt, wobei in jüngster Zeit nur noch halbe Stellen für die einzelnen Kirchenfamilien vergeben werden.

Seit 1. Juli 2009 ist Dr. Elisabeth Dieckmann Geschäftsführerin der Ökumenischen Centrale.

Die Referate sind in Konfessionsfamilien sowie in vier Arbeitsschwerpunkte gegliedert: Der evangelische Schwerpunkt mit „Glauben und Theologie“ (derzeit nicht besetzt, bis 2009 geleitet von Pfarrerin Barbara Rudolph, gleichzeitig Geschäftsführerin der ÖC), der katholische Schwerpunkt mit „Migration, Dialog und Kultur“ (seit 1. September 2009 Dr. Elisabeth Dieckmann, gleichzeitig Geschäftsführerin der ÖC), der freikirchliche Schwerpunkt mit „Mission, Zeugnis, Gottesdienst“ (Pastor Karl-Martin Unrath) und der orthodoxe Schwerpunkt mit „Kirche und Gesellschaft“ (Marina Kiroudi).

Weblinks

 

 

http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/                                      einzelansicht/article/heute-schreiben-wir-geschichte.html

Heute schreiben wir Geschichte           29.06.2011                    

Empfehlungen für einen Verhaltenskodex für das "Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt" veröffentlicht

(Genf, Bonn, 29.06.2011) "Heute ist ein historischer Moment für das gemeinsame christliche Zeugnis", sagte Jean-Louis Kardinal Tauran, Präsident des Päpstlichen Rates für Interreligiösen Dialog. "Zum ersten Mal in der Geschichte haben der Ökumenische Rat der Kirchen zusammen mit der Weltweiten Evangelischen Allianz und dem Päpstlichen Rat für Interreligiösen Dialog ein Dokument veröffentlicht."

"Mission gehört zutiefst zum Wesen der Kirche." Mit diesen Worten beginnt das Dokument, das gestern in Genf am Sitz des Weltkirchenrates in einer feierlichen Stunde der Öffentlichkeit übergeben wurde. Mehr als fünf Jahre lang hatten Repräsentanten der genannten kirchlichen Organisationen in einer Reihe von größeren und kleineren Konferenzen daran gearbeitet, was es heißt, den christlichen Glauben im 21. Jahrhundert in einer multireligösen Welt zu bezeugen und weiterzugeben. Entstanden ist ein Dokument mit klassischen Grundlagen für das christliche Zeugnis, gefolgt von Prinzipien und Empfehlungen.

"Wir Christen haben die Pflicht, unseren Glauben ohne jeden Kompromiss zu proklamieren", rief Kardinal Tauran die Anwesenden auf. "Wir sind nicht Lehrer, die Lektionen über Gott weitergeben. Wir sind Botschafter der Errettung, die durch den Tod und die Auferstehung Christi, der heute noch lebt, zu uns gekommen ist."

Geoff Tunicliffe, der Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (WE

Geoff Tunicliffe, der Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA), wies darauf hin, dass in dem vorgelegten Dokument alle vier Hauptanliegen, die die WEA seit ihrer Gründung 1846 vertritt, eine tragende Rolle spielen: 1. Einheit in Christus, 2. Menschenrechte, 3. Evangelisation, 4. Religionsfreiheit. Der Generalsekretär der WEA sprach von einem "kraftvollen Dokument", nicht zuletzt, weil durch die Vertreter der verschiedenen Organisationen 90 Prozent der Weltchristenheit repräsentiert sei. Mission sei das "Herz des Evangeliums", ohne Mission sei die Kirche tot. Das christliche Zeugnis solle aber nicht nur durch Worte, sondern ebenso durch Taten geschehen.

Thomas Schirrmacher, Chefunterhändler für die Weltweite Evangelische Allianz, machte deutlich, dass es sich bei dem vorgelegten Dokument keineswegs um ein Kompromisspapier handele. Im Laufe der Jahre habe es aus dem Umfeld verschiedener Seiten immer wieder auch sehr skeptische Stimmen gegeben, die ein inhaltlich substanzielles Dokument zum Thema Religionsfreiheit und Mission nicht für möglich gehalten hätten. Am Ende stünden nun klare Empfehlungen, die einerseits den Auftrag Jesu an seine Kirche deutlich bezeugten, andererseits aber auch die Grenzen einer an der biblischen Botschaft ausgerichteten Mission aufzeigten.

[Soweit die kürzere Meldung. Wenn Sie mehr Platz zum Abdruck zur Verfügung haben, verwenden Sie bitte den folgenden Text in Fortsetzung.]

So verweise der Text bereits im ersten Punkt der Grundlagen darauf, dass es nicht nur eine Freude sei, über die eigene Hoffnung anderen gegenüber Rechenschaft abzulegen, sondern dass dies mit "Sanftmut und Respekt" zu geschehen habe (mit Verweis auf 1. Petrus 3,15). Im letzten Punkt der Grundlagen werde bekräftigt, dass es die Verantwortung der Christen sei, von Jesus Zeugnis abzulegen, "dass die Bekehrung dabei jedoch letztendlich das Werk des Heiligen Geistes ist". Dies schließe, so Schirrmacher, auch theologisch jeden Gedanken an die Möglichkeit einer Zwangsbekehrung aus. Damit begrenze sich die christliche Mission selbst, dies aber nicht z. B. aus politischen Gründen, sondern weil es biblisch geboten sei.

Erzbischof Pier Luigi Celata sagte in der anschließenden Pressekonferenz, dass das Dokument auf zwei Säulen aufgebaut sei: erstens der Auftrag Jesu, das Evangelium bekannt zu machen, und zweitens die Würde, die jeder Mensch von der Schöpfung her habe.

Verschiedene Vertreter der WEA äußerten sich in Genf hocherfreut über den Inhalt und überhaupt über das Zustandekommen dieser Empfehlungen. "Die vorliegenden Empfehlungen für einen Verhaltenskodex enthalten die Hauptthemen, die zum Beispiel im International Journal of Religious Freedom diskutiert und empfohlen wurden", so Prof. Thomas K. Johnson vom Internationalen Institut für Religionsfreiheit der WEA gegenüber BQ.

BQ 172 - Nr. 18/2011 

 

 

http://www.oikoumene.org/de/dokumentation/documents/oerk-programme/interreligious-dialogue-and-cooperation/christian-identity-in-pluralistic-societies/das-christliche-zeugnis-in-einer-multireligioesen-welt.html

 

 

Dokument-Datum28.06.2011

Das christliche Zeugnis in einer multireligiösen Welt

Empfehlungen für einen Verhaltenskodex

Präambel

Mission gehört zutiefst zum Wesen der Kirche. Darum ist es für jeden Christen und jede Christin unverzichtbar, Gottes Wort zu verkünden und seinen/ihren Glauben in der Welt zu bezeugen. Es ist jedoch wichtig, dass dies im Einklang mit den Prinzipien des Evangeliums geschieht, in uneingeschränktem Respekt vor und Liebe zu allen Menschen.

Im Bewusstsein der Spannungen zwischen Einzelnen und Gruppen mit unterschiedlichen religiösen Überzeugungen und der vielfältigen Interpretationen des christlichen Zeugnisses sind der Päpstliche Rat für den Interreligiösen Dialog, der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) und, auf Einladung des ÖRK, die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) über einen Zeitraum von fünf Jahren zusammengekommen, um gemeinsam nachzudenken und das vorliegende Dokument zu erarbeiten. Dieses Dokument soll keine theologische Erklärung zur Mission darstellen, sondern verfolgt die Absicht, sich mit praktischen Fragen auseinanderzusetzen, die sich für das christliche Zeugnis in einer multireligiösenWelt ergeben.

Ziel dieses Dokuments ist es, Kirchen, Kirchenräte und Missionsgesellschaften dazu zu ermutigen, ihre gegenwärtige Praxis zu reflektieren und die Empfehlungen in diesem Dokument zu nutzen, um dort, wo es angemessen ist, eigene Richtlinien für Zeugnis und Mission unter Menschen zu erarbeiten, die einer anderen Religion oder keiner bestimmten Religion angehören. Wir hoffen, dass Christen und Christinnen in aller Welt dieses Dokument vor dem Hintergrund ihrer eigenen Praxis studieren, ihren Glauben an Christus in Wort und Tat zu bezeugen.

Grundlagen für das christliche Zeugnis

1.     Für Christen/innen ist es ein Vorrecht und eine Freude, Rechenschaft über die Hoffnung abzulegen, die in ihnen ist, und dies mit Sanftmut und Respekt zu tun (vgl. 1. Petrus 3,15).

2.     Jesus Christus ist der Zeuge schlechthin (vgl. Johannes 18,37). Christliches Zeugnis bedeutet immer, Anteil an seinem Zeugnis zu haben, das sich in der Verkündigung des Reiches Gottes, im Dienst am Nächsten und in völliger Selbsthingabe äußert, selbst wenn diese zum Kreuz führen. So wie der Vater den Sohn in der Kraft des Heiligen Geistes gesandt hat, so sind Gläubige mit der Sendung beauftragt, in Wort und Tat die Liebe des dreieinigen Gottes zu bezeugen.

3.     Das Vorbild und die Lehre Jesu und der frühen Kirche müssen das Leitbild für christliche Mission sein. Seit zwei Jahrtausenden streben Christen/innen danach, dem Weg Christi zu folgen, indem sie die Gute Nachricht vom Reich Gottes weitergeben (vgl. Lukas 4,16-20).

4.     Christliches Zeugnis in einer pluralistischen Welt umfasst auch den Dialog mit Menschen, die anderen Religionen und Kulturen angehören (vgl. Apostelgeschichte 17,22-28).

5.     In einigen Kontexten stößt das Anliegen, das Evangelium zu leben und zu verkündigen, auf Schwierigkeiten, Behinderungen oder sogar Verbote. Und doch sind Christen/innen von Christus beauftragt, weiterhin in Treue und gegenseitiger Solidarität von ihm Zeugnis abzulegen (vgl. Matthäus 28,19.20; Markus 16,14-18; Lukas 24,44-48; Johannes 20,21; Apostelgeschichte 1,8).

6.     Wenn Christen/innen bei der Ausübung ihrer Mission zu unangemessenen Methoden wie Täuschung und Zwangsmitteln greifen, verraten sie das Evangelium und können anderen Leid zufügen. Über solche Verirrungen muss Buße getan werden und sie erinnern uns daran, dass wir fortlaufend auf Gottes Gnade angewiesen sind (vgl. Römer 3,23).

7.     Christen/innen bekräftigen, dass es zwar ihre Verantwortung ist, von Christus Zeugnis abzulegen, dass die Bekehrung dabei jedoch letztendlich das Werk des Heiligen Geistes ist (vgl. Johannes 16,7-9; Apostelgeschichte 10,44-47). Sie wissen, dass der Geist weht, wo er will, auf eine Art und Weise, über die kein Mensch verfügen kann (vgl. Johannes 3,8).

Prinzipien   

In ihrem Bestreben, den Auftrag Christi in angemessener Weise zu erfüllen, sind Christen/innen dazu aufgerufen, an folgenden Prinzipien festzuhalten, vor allem in interreligiösen Begegnungen.

1.     Handeln in Gottes Liebe. Christen/innen glauben, dass Gott der Ursprung aller Liebe ist. Dementsprechend sind sie in ihrem Zeugnis dazu berufen, ein Leben der Liebe zu führen und ihren Nächsten so zu lieben wie sich selbst (vgl. Matthäus 22,34-40; Johannes 14,15).

2.     Jesus Christus nachahmen. In allen Lebensbereichen und besonders in ihrem Zeugnis sind Christen/innen dazu berufen, dem Vorbild und der Lehre Jesu Christi zu folgen, seine Liebe weiterzugeben und Gott, den Vater, in der Kraft des Heiligen Geistes zu verherrlichen (vgl. Johannes 20,21-23).

3.     Christliche Tugenden. Christen/innen sind dazu berufen, ihr Verhalten von Integrität, Nächstenliebe, Mitgefühl und Demut bestimmen zu lassen und alle Arroganz, Herablassung und Herabsetzung anderer abzulegen (vgl. Galater 5,22)

4.     Taten des Dienens und der Gerechtigkeit. Christen/innen sind dazu berufen, gerecht zu handeln und mitfühlend zu lieben (vgl. Micha 6,8). Sie sind darüber hinaus dazu berufen, anderen zu dienen und dabei Christus in den Geringsten ihrer Schwestern und Brüder zu erkennen (vgl. Matthäus 25,45). Soziale Dienste, wie die Bereitstellung von Bildungsmöglichkeiten, Gesundheitsfürsorge, Nothilfe sowie Eintreten für Gerechtigkeit und rechtliche Fürsprache sind integraler Bestandteil davon, das Evangelium zu bezeugen. Die Ausnutzung von Armut und Not hat im christlichen Dienst keinen Platz. Christen/innen sollten es in ihrem Dienst ablehnen und darauf verzichten, Menschen durch materielle Anreize und Belohnungen gewinnen zu wollen.

5.     Verantwortungsvoller Umgang mit Heilungsdiensten. Als integralen Bestandteil der Bezeugung des Evangeliums üben Christen/innen Heilungsdienste aus. Sie sind dazu berufen, diese Dienste verantwortungsbewusst auszuführen und dabei die menschliche Würde uneingeschränkt zu achten. Dabei müssen sie sicherstellen, dass die Verwundbarkeit der Menschen und ihr Bedürfnis nach Heilung nicht ausgenutzt werden.

6.     Ablehnung von Gewalt. Christen/innen sind aufgerufen, in ihrem Zeugnis alle Formen von Gewalt und Machtmissbrauch abzulehnen, auch deren psychologische und soziale Formen. Sie lehnen auch Gewalt, ungerechte Diskriminierung oder Unterdrückung durch religiöse oder säkulare Autoritäten ab. Dazu gehören auch die Entweihung oder Zerstörung von Gottesdienstgebäuden und heiligen Symbolen oder Texten.

7.     Religions- und Glaubensfreiheit. Religionsfreiheit beinhaltet das Recht, seine Religion öffentlich zu bekennen, auszuüben, zu verbreiten und zu wechseln. Diese Freiheit entspringt unmittelbar aus der Würde des Menschen, die ihre Grundlage in der Erschaffung aller Menschen als Ebenbild Gottes hat (vgl. Genesis 1,26). Deswegen haben alle Menschen gleiche Rechte und Pflichten. Überall dort, wo irgendeine Religion für politische Zwecke instrumentalisiert wird oder wo religiöse Verfolgung stattfindet, haben Christen/innen den Auftrag, als prophetische Zeugen und Zeuginnen solche Handlungsweisen anzuprangern.

8.     Gegenseitiger Respekt und Solidarität. Christen/innen sind aufgerufen, sich zu verpflichten, mit allen Menschen in gegenseitigem Respekt zusammenzuarbeiten und mit ihnen gemeinsam Gerechtigkeit, Frieden und Gemeinwohl voranzutreiben. Interreligiöse Zusammenarbeit ist eine wesentliche Dimension einer solchen Verpflichtung.

9.     Respekt für alle Menschen. Christen/innen sind sich bewusst, dass das Evangelium Kulturen sowohl hinterfragt als auch bereichert. Selbst wenn das Evangelium bestimmte Aspekte von Kulturen hinterfragt, sind Christen/innen dazu berufen, alle Menschen mit Respekt zu behandeln. Sie sind außerdem dazu berufen, Elemente in ihrer eigenen Kultur zu erkennen, die durch das Evangelium hinterfragt werden, und sich davor in Acht zu nehmen, anderen ihre eigenen spezifischen kulturellen Ausdrucksformen aufzuzwingen.

10.  Kein falsches Zeugnis geben. Christen/innen müssen aufrichtig und respektvoll reden; sie müssen zuhören, um den Glauben und die Glaubenspraxis anderer kennen zu lernen und zu verstehen, und sie werden dazu ermutigt, das anzuerkennen und wertzuschätzen, was darin gut und wahr ist. Alle Anmerkungen oder kritischen Anfragen sollten in einem Geist des gegenseitigen Respekts erfolgen. Dabei muss sichergestellt werden, dass kein falsches Zeugnis über andere Religionen abgelegt wird.

11.  Persönliche Ernsthaftigkeit sicherstellen. Christen/innen müssen der Tatsache Rechnung tragen, dass der Wechsel der Religion ein entscheidender Schritt ist, der von einem ausreichendem zeitlichen Freiraum begleitet sein muss, um angemessen darüber nachzudenken und sich darauf vorzubereiten zu können. Dieser Prozess muss in völliger persönlicher Freiheit erfolgen.

12.  Aufbau interreligiöser Beziehungen. Christen/innen sollten weiterhin von Respekt und Vertrauen geprägte Beziehungen mit Angehörigen anderer Religionen aufbauen, um gegenseitiges Verständnis, Versöhnung und Zusammenarbeit für das Allgemeinwohl zu fördern. Deswegen sind Christen/innen dazu aufgerufen, mit anderen auf eine gemeinsame Vision und Praxis interreligiöser Beziehungen hinzuarbeiten.

Empfehlungen

Die Dritte Konsultation wurde vom Ökumenischen Rat der Kirchen in Kooperation mit der Weltweiten Evangelischen Allianz und vom PCID des Heiligen Stuhls mit Teilnehmenden der größten christlichen Glaubensgemeinschaften (Katholiken, Orthodoxe, Protestanten, Evangelikale, Pfingstler) organisiert und erarbeitete im Geist ökumenischer Zusammenarbeit dieses Dokument. Wir empfehlen unseren Kirchen, nationalen und regionalen konfessionellen Zusammenschlüssen und Missionsorganisationen, insbesondere denjenigen, die in einem interreligiösen Kontext arbeiten, dass sie:

1.     die in diesem Dokument dargelegten Themen studieren und gegebenenfalls Verhaltensrichtlinien für das christliche Zeugnis formulieren, die ihrem spezifischen Kontext angemessen sind. Wo möglich, sollte dies ökumenisch und in Beratung mit Vertretern/innen anderer Religionen geschehen.

2.     von Respekt und Vertrauen geprägte Beziehungen mit Angehörigen aller Religionen aufbauen, insbesondere auf institutioneller Ebene zwischen Kirchen und anderen religiösen Gemeinschaften, und sich als Teil ihres christlichen Engagements in anhaltenden interreligiösen Dialog einbringen. In bestimmten Kontexten, in denen Jahre der Spannungen und des Konflikts zu tief empfundenem Misstrauen und Vertrauensbrüchen zwischen und innerhalb von Gesellschaften geführt haben, kann interreligiöser Dialog neue Möglichkeiten eröffnen, um Konflikte zu bewältigen, Gerechtigkeit wiederherzustellen, Erinnerungen zu heilen, Versöhnung zu bringen und Frieden zu schaffen.

3.     Christen/innen ermutigen, ihre eigene religiöse Identität und ihren Glauben zu stärken und dabei gleichzeitig ihr Wissen über andere Religionen und deren Verständnis zu vertiefen, und zwar aus der Sicht von Angehörigen dieser Religionen. Um angemessen von Christus Zeugnis abzulegen, müssen Christen/innen es vermeiden, die Glaubensüberzeugungen und Glaubenspraxis von Angehörigen anderer Religionen falsch darzustellen.

4.     mit anderen Religionsgemeinschaften zusammenarbeiten, indem sie sich gemeinsam für Gerechtigkeit und das Gemeinwohl einsetzen und sich, wo irgend möglich, gemeinsam mit Menschen solidarisieren, die sich in Konfliktsituationen befinden.

5.     ihre Regierungen dazu aufrufen, sicherzustellen, dass Religionsfreiheit angemessen und umfassend respektiert wird, in dem Bewusstsein, dass in vielen Ländern religiöse Einrichtungen und Einzelpersonen daran gehindert werden, ihre Mission auszuführen.

6.     für ihre Nächsten und deren Wohlergehen beten, in dem Bewusstsein, dass Gebet wesentlicher Teil unseres Seins und Tuns und der Mission Christi ist.

Anhang: Zu diesem Dokument

1.     In der heutigen Welt arbeiten Christen/innen zunehmend miteinander und mit Angehörigen anderer Religionen zusammen. Der Päpstliche Rat für Interreligiösen Dialog des Heiligen Stuhls und das Programm für interreligiösen Dialog und interreligiöse Zusammenarbeit des Ökumenischen Rates der Kirchen haben eine gemeinsame Geschichte solcher Zusammenarbeit. Beispiele für  diese Zusammenarbeit sind Studien zu interreligiöser Ehe (1994-1997), interreligiösem Gebet (1997-1998) und afrikanischer Religiosität (seit 2000). Das vorliegende Dokument ist ein Ergebnis ihrer gemeinsamen Arbeit.

2.     Es gibt heute zunehmend interreligiöse Spannungen in der Welt, die bis hin zu Gewalt und zum Verlust von Menschenleben führen. Politische, wirtschaftliche und andere Faktoren spielen bei diesen Spannungen eine Rolle. Auch Christen/innen sind manchmal Teil dieser Spannungen, freiwillig oder unfreiwillig, entweder als Verfolgte oder als solche, die sich an der Gewalt beteiligen. Als Antwort darauf haben der Päpstliche Rat für Interreligiösen Dialog und das Programm für interreligiösen Dialog und interreligiöse Zusammenarbeit des ÖRK beschlossen, die damit verbundenen Themen in einer gemeinsamen Ausarbeitung von Verhaltensrichtlinien für das christliche Zeugnis aufzugreifen. Das Programm für interreligiösen Dialog und interreligiöse Zusammenarbeit des ÖRK lud die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) dazu ein, sich an diesem Arbeitsprozess zu beteiligen, und diese Einladung wurde gerne angenommen.

3.     Zunächst wurden zwei Konsultationen abgehalten: Die erste fand 2006 im italienischen Lariano statt und trug den Titel: „Eine Bestandsaufnahme der Realität“. Dort legten Angehörige verschiedener Religionen ihre Standpunkte und Erfahrungen im Blick auf die Frage der Bekehrung dar. Eine Aussage der Konsultation lautet: „Wir bekräftigen, dass jeder Mensch das Recht hat, für Verständnis für den eigenen Glauben zu werben, die Ausübung dieses Rechts jedoch nicht auf Kosten der Rechte und religiösen Empfindungen anderer gehen darf. Religionsfreiheit legt uns allen die nicht verhandelbare Verantwortung auf, andere Glaubensrichtungen zu respektieren und sie niemals zu diffamieren, herabzuwürdigen oder falsch darzustellen, um dadurch die Überlegenheit unseres eigenen Glaubens zu betonen.“

4.     Die zweite Konsultation, eine innerchristliche Zusammenkunft, wurde 2007 im französischen Toulouse abgehalten, um über dieselben Fragestellungen nachzudenken. Fragen zu Familie und Gesellschaft, Respekt vor anderen, Wirtschaft, Markt und Wettbewerb sowie Gewalt und Politik wurden ausführlich diskutiert. Die pastoralen und missionarischen Fragestellungen rund um diese Themen dienten als Grundlage für die weitere theologische Reflexion und für die Prinzipien, die im vorliegenden Dokument erarbeitet wurden. Jede Fragestellung ist für sich genommen wichtig und verdient mehr Aufmerksamkeit, als ihr in einem kurzen Dokument wie diesen Empfehlungen gewidmet werden kann.

5.     Die Teilnehmenden der dritten (innerchristlichen) Konsultation trafen sich vom 25.-28. Januar 2011 im thailändischen Bangkok und stellten das vorliegende Dokument fertig.

 

Übersetzung: Institut für Religionsfreiheit (IIRF) der Weltweiten Evangelischen Allianz (WEA) durch Stefanie Seibel und Thomas Schirrmacher, überarbeitet vom Sprachendienst des ÖRK