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        Hauskirchen Netzwerke
               

Neutestamentliche Gemeinde ist Netzwerk

Was bedeutet diese Aussage? Das Wort Netzwerk ist  mittlerweile zu einem der meist gebrauchtesten Worte in unserer Zeit geworden. Jeder, der meint, etwas zu sagen zu haben, benutzt es, auch wenn es gar nicht passt. Ich habe lange nach einem anderen Wort gesucht, aber kein treffendes gefunden. Also will ich es zumindest gut definieren und in Zusammenhang mit Gemeinde bringen.  Das Netz ist keine Erfindung unserer Zeit, sondern so alt wie die Menschheit. Schon frh hatte sich der Mensch die Technik des Netzes zu Nutzen gemacht. So gab es Fischnetze, Vogelnetze und Netze fr die Wildjagd. Bei den R”mern wurde das Netz sogar als Waffe im Gladiatorenkampf eingesetzt. Der Mensch entdeckte etwas, was Gott schon von Anfang an in die gesamte Sch”pfung hineingelegt hatte. Auch das, was wir allgemein unter einem Netzwerk verstehen, ist keine Erfindung des Menschen, sondern eine Erfindung Gottes. Mit wachsendem Fortschritt wurde die Bedeutung eines Netzwerkes  tiefer verstanden . Und in unserer Zeit wurden damit ungeahnte technische Neuerungen m”glich, wenn wir z.B. an das Internet denken, wo die Vernetzung von Informationen zu einer wahren Revolution gefhrt hat.

Was hat das Netz mit der christlichen Gemeinde zu tun? Netze im direkten und im erweiterten Sinne begegnen uns im Neuen Testament an bestimmten Stellen. In Mk.1.19 heiát es: "... sah er Jakobus und seinen Bruder Johannes, auch sie im Boot, wie sie die Netze ausbesserten". Die beiden Jnger waren als Fischer t„tig. Nach jedem Fischfang mussten sie sich um das  entleerte Netz kmmern, damit es fr den n„chsten Fischzug wieder einsatzf„hig war. Es geh”rte zu ihrer t„glichen Arbeit, das Netz wieder in Ordnung zu bringen. Das griechische Wort fr (Netze) ausbessern heiát "kathartizo" , es bedeutet: in Ordnung bringen, flicken, reparieren, zurechtlegen, vervollkommnen. Das Netz wurde ges„ubert, von Algen, Muschelresten und anderem Unrat befreit. Zerrissene Stellen wurden geflickt und ausgebessert. Das ganze Netz wurde entwirrt, ausgebreitet und am Ufer aufgeh„ngt. In anderen Bibelstellen bedeutet das Wort auch: v”llig unterweisen, ganz zusammenfgen, vers”hnt sein in Gesinnung und Meinung, im Ggs. zu Spaltungen und Trennungen, zurechtbringen und wiederherstellen. In der Medizin wurde dieses Wort verwendet, wenn es darum ging, ein ausgerenktes Glied wieder wiedereinzurenken, oder ein gebrochenes in die richtige Stellung zu bringen und zu verbinden, damit es wieder zusammenwachsen und heilen kann. Schlieálich begegnen wir dem gleichen griechischen Wortstamm in Eph.4.12:  "... zur Ausrstung der Heiligen fr das Werk des Dienstes ...".

Paulus bezieht sich hier auf die Gemeinde, auf den Leib Jesu, der durch die T„tigkeit der Dienste zugerstet bzw. ausgerstet werden soll. Das Ziel der Zurstung ist das Wachstum der Gemeinde bis zur Vervollkommnung. Damit ist die vollst„ndige Zurechtbringung, und Zubereitung, die Reife der Gemeinde gemeint. Das abgeleitete Substantiv heiát hier "kathartismos", es bezeichnet das Ergebnis dieser T„tigkeit: eine Gemeinde, die v”llig gereinigt wurde, die ausreichend unterwiesen wurde, in der vollst„ndige Vers”hnung geschehen ist, die zurechtgebracht und in Ordnung gebracht  wurde, in der auch die einzelnen Glieder repariert bzw. geheilt wurden.

 

Das Netz in Ordnung bringen!           

Die Gemeinde ist mit einem Netz vergleichbar, das in der oben beschriebenen Weise zurechtgebracht werden soll.  Es ist noch nicht in diesem vollkommenen Zustand. Es ist noch verschmutzt und an vielen Stellen zerrissen oder verwickelt. Ganze Teile des Netzes sind berhaupt nicht miteinander verbunden sondern isoliert oder verlorengegangen. Dieses Netz ist der Leib Jesu und die F„den oder Schnre des Netzes, die von einem Knoten zum andern reichen sind die einzelnen Glieder des Leibes. Eine gerissene Schnur gleicht einem zerbrochenem Glied. Jede einzelne Hausgemeinde/ Ortsgemeinde gleicht einem kleinen Netz. Die Beziehungen der einzelnen Gemeindemitglieder sind die Netzverbindungen. Wenn diese Beziehungen nicht intakt sind, dann ist das Netz kaputt. An den zerrissenen Stellen des Netzes k”nnen einmal eingeholte neue Gemeindemitglieder wieder verloren gehen, genauso, wie Fische die durch die L”cher des Netzes wieder verschwinden.  Die Snde der einzelnen Glieder der Gemeinde sind wie der Schmutz im Netz, der die ganze Arbeit behindert. Eine Gemeinde, die in den Dingen dieser Welt und in allerlei Streitigkeiten verwickelt ist, gleicht einem Netz, das nicht entwirrt ist und damit nicht einsatzf„hig ist. Die einzelne Gemeinde wiederum ist ein Teil eines gr”áeren Netzes, der šber”rtlichen Gemeinde. Sie verh„lt sich wie ein Glied im groáen Leib, bzw. eine Schnur im groáen Netz. Was fr die einzelne Gemeinde gilt, in Bezug auf die Beziehungen und die Snde untereinander, das gilt auch fr die groáe, ber”rtliche Gemeinde. Eine vollst„ndige Vernetzung beginnt zuerst in der Hausgemeinde bzw. Ortsgemeinde. Denn wenn sie gut vernetzt ist, wird sie selbst zu einem starken und gesunden Glied (Netz) im groáen Netz der ber”rtlichen Gemeinde und garantiert damit eine feste Verbindung zu einem anderen gesunden Netz.

 

Wie geschieht gute Vernetzung?        

Damit das Netz der Gemeinde zusammengefgt, repariert, ges„ubert, vervollst„ndigt ... werden kann, ist der fnffache Dienst notwendig (Eph.4.11.12)." Und er hat die einen als Apostel gegeben, und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrstung der Heiligen, fr das Werk des Dienstes". Dieser Dienst flieát durch die Verbindungslinien des Netzes, wie die Impulse und Signale in den Nervenbahnen bzw. wie das Blut im gesamten Kreislauf, das den K”rper mit Nahrung und Botenstoffen versorgt. In meinem Buch "Gaben und Dienste in der Gemeinde" gehe ich ausfhrlich auf die T„tigkeit des fnffachen Dienstes ein.

 

Die Gemeinde, ein wachsendes Netzwerk

Netzwerke sind dezentral in der Struktur, sie haben nicht ein Zentrum, sondern viele Zentren. Dadurch sind sie schwerer kontrollierbar. Zwar sind die einzelnen Netzwerke miteinander verbunden, doch hat jedes einzelne seine Selbst„ndigkeit und wird nicht von einem Zentrum fr alle in der Mitte verwaltet. Somit gibt es auch keine Hierarchie von oben nach unten, sondern eine flache, ebene Kommunikation, bei denen die notwendigen Impulse und Stoffe nach Reihenfolge ausgetauscht werden und das groáe Netzwerk erreichen k”nnen.  Eine einzelne Hausgemeinde zum Beispiel besteht im Idealfall aus einem kleinen Netzwerk von intakten Beziehungen. Es ist in sich geschlossen, jede Person ist an den Kraft- und Botenzufluss angeschlossen. Innerhalb des Netzes gibt es  Einzelne, die wichtige Impulse von "Auáen" empfangen und nach "Innen" weitergeben. Die Art und Weise des Zuflusses variiert von Person zu Person. Jedes Netzwerk muss als gesamte  Einheit Anstrengungen unternehmen,  dass jedes einzelne Teil f„hig wird zu empfangen und weiterzugeben. Im Zusammenwirken der einzelnen Teile (Glieder) nimmt jeder eine andere Aufgabe wahr und wird auch verschieden durch den Geist versorgt, wie Er es will (s. 1.Kor.12). Doch was es auch ist, was weitergegeben wird, es soll zum allgemeinen Nutzen sein (V.7).

Um eine gesunde und ausgewogene Entwicklung zu nehmen, sucht das einzelne Netz die Verknpfung mit dem Netzwerk. Der fnff„ltige Dienst (Eph.4,11) bewegt sich innerhalb des groáen Netzwerkes von einem Netz zum anderen, um es mit apostolischer Lehre, mit prophetischer Einsicht und mit mehr zu versorgen. Er sorgt fr den gleichm„áigen Austausch der notwendigen Informationen und N„hrstoffe innerhalb des gesamten Netzwerkes, dadurch werden alle Gemeindemitglieder zum Dienst zugerstet. Nur so kann der Standart neutestamentlichen Gemeindelebens weitergegeben werden. Hausgemeinden sind als Netz zwar autonom, aber nicht unabh„ngig. Da jedes Netz anders sind, wird die Zusammenarbeit zur Erg„nzung.   Christliche Gemeinschaft ist immer verbindlich, d.h. der einzelne "bindet" sich freiwillig an den anderen. Nicht aus Zwang, sondern aus Liebe zum anderen. Wir brauchen einander, wir brauchen die Gabe des anderen, wir sind von Gott zur Gemeinschaft geschaffen worden, wir sollen uns erg„nzen, um ein "”kologisch- geistliches" System zu bauen. In jedem Netz steuert der einzelne seinen individuellen Teil zum Gesamten bei und zu jedes Netz wiederum gibt seine Einzigartigkeit in ein gr”áeres Netzwerk, damit in der Vielfalt der Leib Jesu noch groáartiger erscheint und Gott verherrlicht wird.

                              zurück            Richard Schutty