Dr. Dr. Michael Lütge                                                                                   Freitag, 10. Juni 2011

 

Philosophie und Grenzbildung

 

https://bachelorarbeitghostwriter.com/

Totale Institutionen setzen Grenzen von Innen und Außen. Wer drinnen ist, etwa im Knast, in der Klapse (Goffman), der kommt so leicht nicht mehr heraus. Die Grenzen werden markiert durch Stacheldraht, Todesstreifen und Mauern. Sie haben eine Doppelfunktion: Schutz vor Angriffen und Eindringlingen von Außen (Burgen, Chinesische Mauer), Schutz vor Ausbrüchen der Internierten, Weggesperrten (Zonengrenze, Gefängnismauern).

Natürliche Grenzen sind Hautsack, Zellmembrane, Flüsse, Gebirge als geographische Grenzen. Im Bau sind alle Materialien auch immer Grenzen, durch die etwas nicht hindurchdringen soll, Licht, Luft, Wärme, Kälte, Wasser, Tiere, Einbrecher. Dafür dienen Wandungen, Schalen, Glas, Folien. Diffusionseigenschaften werden bauphysikalisch genau bestimmt und berechnet. Das Niedrigenergiehaus läßt keine Kälte hinein, damit das Innenraumklima für Mensch und Tier möglichst optimal bleibt, warm und trocken.

Jede Grenze hat Öffnungen: Türen, semipermeable Membrane, Mund, Nase und Arschloch, Ohren, Augen. Das Lebewesen stürbe, wenn kein Austausch, keine Osmose zwischen Innen und Außen stattfindet. Die Grenzen, Filtersysteme wie Lunge und Verdauungskanal, entziehen der Umwelt Substanzen, die der Organismus zum Leben und zur Regeneration benötigt. Die biologischen Zellgrenzen und Organgrenzen brauchen die ständige gezielte Öffnung der Grenzen.

Kinder brauchen Grenzen. So setzt die klassische Pädagogik und Psychologie an. Freuds Ödipuskomplex lebt vom Sexualtabu des eingeschränkten Inzests. Psychische Strukturbildung, Über-Ich-Bildung und Ich-Bildung leben von der Übertragung von Praxisfiguren des Vaters, der Grenzen setzt durch das Verbot und den Befehl, durch Inhibition und Förderung. Er vermittelt die gesellschaftliche Moralität und das allgemeine Sprach- und Wertesystem. In der jüdischen Tradition war er der eigentliche Lehrer der Kinder, während im Fabrik- und Bürozeitalter die Erziehung in Frauenhand und Schulen übergegangen ist und künftig mehr und mehr durch Medien übernommen wird. Das Streben der Kinder nach Erweiterung der Grenzen, nach Überschreitung, nach Aushandeln neuer Grenzen, ist das Herantasten an die Möglichkeiten der Welt, ist ein Experiment, was für ihr Leben möglich ist und was nicht geht. Die Fantasiewelten stehen für die Grenzenlosigkeit, das Interesse gilt stets der Grenze, der Ausdehnung der Grenzverläufe, der Expansion, so wie sie biologisch beständig wachsen und ihre Körperform erweitern.

Hegel beschreibt im Herr-und-Knecht-Kapitel der Phänomenologie unterm Eindruck der französischen Revolution dieses Phänomen des Anwachsens einer Zellformation, einer sozialen Klasse, mit den Metaphern des Feudalismus und auf der Folie der Bauernkriege: Der Knecht muß arbeiten und erwirbt so die Kompetenzen, die der Herr, der Arbeiten delegiert, der bauen und kämpfen läßt statt selbst zu bauen und zu kämpfen, allmählich verlernt und verloren hat. Mit dem Übergang der Kompetenzen auf den Knecht verliert der Herr seine Legitimation, die moralische Basis seiner Macht. Er ist nun hilflos der Macht des Knechts ausgeliefert. Die Guillotine setzt seiner Macht, seiner Klasse und seiner Ausbeutung das Ende, welches der Brutalität seiner eigenen Gewaltausübung entspricht und ihr nachgebildet ist. Die Revolution läßt bei einem bestimmten Pegel von Quantitäten einen Prozeß umschlagen in eine neue Qualität: Ist die Armut der Mehrheit auf ein bestimmtes Niveau angestiegen, bleibt ihr zum Überleben nur eins: der Angriff auf die Minderheit, die ihr die Partizipation an den Ressourcen verwehrt.

Ähnliches passiert im Aushandeln der Grenzen zwischen Erwachsenen und Kindern. Der Vatermord der Brüderhorde Freuds ist ein Ringen um Partizipation an den verfügbaren Ressourcen. Taschengeld, Ausgehzeiten, Musiklautstärke und I-Pod, I-Mac, I-Phone sind neben den vielen anderen Spielzeugen und Bekleidungsutensilien, die in den Peergroups der Jugendsubkulturen die Statusratings konsolidieren und die Selbstattribution des Heranwachsenden steigern, die neuerdings in den reicheren Kreisen der westlichen Industriegesellschaften unverzichtbar scheinenden Symbole der Selbstwertschätzung geworden. Früher machten Kleider Leute. Heute machen nur noch die Marken der Hersteller Leute. Die Qualitäten treten in den Hintergrund. Eine Kindheit im Slum ist nicht mehr Thema für das Telespiel oder die Wi. Wenn Imperialismus als Ausbeutung der Weltdörfer durch die Metropolen beschrieben werden kann, ist Kindheit in unseren Breiten imperialistische Kindheit. Die Handys und Notebooks, die möglichst im Zweijahres-Takt erneuert die Spielzeuge unserer Jugend bilden, werden aus Erzen gefertigt, die im Kongo und anderen afrikanischen Ländern unter den bestialischsten Bedingungen von afrikanischen Kindern abgebaut werden für Hungerlöhne. An unserem neuesten Spielzeug klebt das Blut der afrikanischen Kinder. Das ist Imperialismus im Spielzeug. Dafür baut Krauss-Maffai-Wegemann die Panzer und Rheinmetall das Maschinengewehr MG3 oder Heckler und Koch das Sturmgewehr G3 und die Maschinenpistole MP5, mit denen in 126 Exportländern weltweit die meisten Menschen getötet werden, in Burma, Kolumbien und im Sudan vornehmlich durch Kindersoldaten. Der Vorwand des Kampfes gegen Terrorismus hat die Rüstungsproduktion zu sensationellen Gewinnmargen geführt und Deutschland zum drittgrößten Rüstungsexporteur gemacht.

Die Rolle der Philosophie als Instanz des abstandnehmenden Betrachtens, der ideellen Schau, der Theoriebildung, der Kartographie der Welt, war von Beginn an das staunende Begreifen dessen, was zu sehen und zu fühlen war, Phänomenologie. Man machte Bauzeichnungen, stellte Naturgesetze heraus, Regelhaftigkeiten im Sternlauf und sezierte den menschlichen Körper. Man löste komplexe Organismen in ihre Einzelteile auf, um ihre Funktion als Gesamt zu erkunden. Analyse war die Voraussetzung für eine wirkungsvolle Veränderung, etwa einer Krankheit, eines Leidens. Heute nutzen wir dazu bildgebende Verfahren wie MRT, die durch die Dreidimensionalität die Komplexität besser erfassen können. Vielleicht wird es eines Tages vierdimensionale Verfahren geben, die die zeitlichen Verläufe in den räumlichen Gefilden zusätzlich erfassen. Dies bedeutet eine exponentiale Vervielfachung des Informationsmaterials, mehr Rechnerkapazität, mehr Hirnkapazität möglicherweise. Vielleicht bereitet sich unsere Jugend auf diese mentale Aufgabe vor, wenn man einmal die harzenden Unterschichten außer Acht läßt.

Hegel versuchte eine Analyse eines sozialen Prozesses. Er will den Bauplan für die Revolution in Frankreich herausfinden, den Mechanismus, der zu dieser Erschütterung des Feudalismus geführt hatte. Marx hat diesen Mechanismus der geschichtlichen Dialektik als eine sozialhistorische Abfolge von Klassenkämpfen verstanden, in der immer wieder Gruppen Macht ergreifen und andere unterdrücken und ausbeuten. Gegen diese triste Erkenntnis eines ewig blutigen Sozialdarwinismus steht nun seit Jahrtausenden die Religion und Philosophie mit den Bildern einer nicht von Kampf und Macht bestimmten friedlichen Weltgesellschaft.

Wenn Marx den Philosophen das Schauen vorwirft, so muß man heute wiedersprechen: Nur die präzise Analyse und Phänomenologie befähigt zu einer Veränderung der Welt ohne Schaden. AKWs waren nicht genug durchdacht und nur deshalb kommt es zu diesen Katastrophen. Man hat das System als Modul gesehen und die Effektivität des Moduls optimiert, aber nicht die globalhistorische Perspektive des ökologischen Bewußtseins eingenommen. Man hat nicht genug nachgedacht und die Konsequenzen des Moduls AKW durch Planspiele im ökologischen Kontext ausgelotet. Die Folgen dieser Gedankenlosigkeit bekommen nun tausende Menschen und Tiere tödlich zu spüren. Für das Kapital hat sich auf lange Sicht diese Investition in Atomtechnik nicht gerechnet. Es ist und bleibt eine technologische Sackgasse. Nur Katastrophen konnten die partikulare technische Intelligenz über diese Folgen belehren. Es ist das Thema des Faust: Was die Welt im Innersten zusammenhält, zu ergründen, schafft den Teufelspakt, der Faust schließlich das Glück und die Integrität kostet. Erst im Nachherein kann er die wirkliche Höhe des Preises des Teufelspakts erkennen. Die Entsorgung der atomaren Müllberge läßt Atomkraft als unwirtschaftlich erscheinen. Seitdem ist die Kategorie der Nachhaltigkeit in das wirtschaftliche Denken eingezogen. Eine wahrhaft teuflische Nuance nimmt die Rede von Nachhaltigkeit im Denken eines Manfred Bode als General des weltb(ös)esten Panzerbaus ein, der nun vom schweren Leopard zum afghanistantauglichen Dingo übergeht und das ideale Gerät für Kriege in Schwellenländern feilbietet, damit die Tötungen von morgen nicht weniger werden. EADS baut die saudische High-Tech-Grenze, in deren Kommandozentralen saudische Religionspolizei (salafistische Mutawwa’in) wirkt, die von deutscher Bundespolizei geschult wird. Bei den Hinrichtungen, die gemäß der Scharia von Religionspolizisten in Riad präsentiert werden, gastieren interessehalber unauffällig die Kollegen aus Deutschland, bezahlt von EADS, die ihren Milliarden-Auftrag im saudischen Terrorstaat gewissenlos betreiben. Die 250 deutschen Leopardpanzer helfen, mögliche Aufstände des arabischen Frühlings im Keim zu ersticken.

Platons Kosmologie kennt den Baumeister der Welt, der die göttliche Idee, den Bauplan umsetzt in materielle Wirklichkeit. Er baut das Welthaus nach himmlischem Plan. Diese Metapher ist zugleich Paradigma des Philosophenstaats, in dem nur die bauen dürfen, die den himmlischen Plan für die friedliche und gerechte Ordnung der Welt kennen und gelernt haben, ihn umzusetzen. Die Philosophenschule ist eine Ausbildung für Staatsmänner, für politische Verantwortungsträger.

Heute geht das Herrschaftswissen über an die Kompetenzgemeinschaft denkender Bürger, die mit ihren Initiativen von unten Fehlentscheidungen der Politiker verhindern oder korrigieren müssen. Die Medien und Wissenschaften haben darin als 4. Gewalt im Staat die Aufgabe, Schwachstellen einer Konzeption aufzuspüren und zu verändern. Heute kann nur noch Denken die Welt verändern. Dies ist ein Umschlag der Realverhältnisse von Theorie und Praxis. Waren beim Aufkommen der neuzeitlichen Naturwissenschaften die Philosophen wegen ihrer krassen Terminologie für die Entwicklung der gesellschaftlichen Praxis immer mehr irrelevant, ist heute offensichtlich, daß nur noch Denken hilft und gerade nicht das schnelle und unbedachte Handeln aufgrund partikularer naturwissenschaftlicher Forschungsergebnisse. Die Planung von Praxis darf künftig nicht mehr nur den angeblichen Experten und verwaltungsrechtlich Zuständigen überlassen werden, sondern ist eine kollektive Aufgabe eines gesamtgesellschaftlichen Diskurses auf vielen und verschiedensten Ebenen, der immer mehr auch über Volksabstimmungen, Wahlen und Konsumentscheidungen bis hin zu Investitionsentscheidungen zur Veränderung der Praxis führt.

Die wirtschaftliche Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse ist weitgehend am Profit der fördernden Unternehmen orientiert. Es wird verstärkt nur das gesponsort, was Aussicht auf Rentabilität hat. Dabei wird die Frage der Folgekosten kaum bedacht. Allein die Preisgabe der Kernforschung an die Militärs hat weltweit eine Aufrüstungsspirale in Gang gebracht, die allein für die Drohung mit Atomkrieg eine unvorstellbare Menge an Finanzen verschleudert hat, die in soziale und agrarische Projekte gesteckt die Hungersnöte der Welt auf ein Minimum hätte reduzieren können. Im Grunde ist diese Form von Nutzung der Wissenschaft verbrecherisch und ein größeres Unrecht als ein einzelner privater Mord, der gerade in den USA als größter Waffenschmiede des Globus mit dem Tod bestraft wird. Die Legitimität der Aufrüstung basiert auf Propaganda von Feindbildern und Angstmache, und das Ende des kalten Krieges zeigt, wie lächerlich diese gegenseitige Verteufelung in all den Jahren nach 1945 gewesen ist. Es sind negative Attributionen des Nachbarstaates, die die Legitimation der Aufrüstung liefern. Inzwischen ist der Kampf gegen den internationalen Terrorismus die Zauberformel zur Verdopplung der Rüstungsproduktion. So wachsen die deutschen Terrorzellen, die schon im Hitlerreich Mordwerkzeug gebaut haben, von der Öffentlichkeit unbehelligt heran, deren Blick von den Medien  stets aufs neue ostwärts gerichtet wird, ob Sowjets, Iran, Irak, Al Kaida, Afghanistan, Jemen, Somalia, Pakistan.

 

Die Philosophie als ein interdisziplinär alle Fortschritte wissenschaftlicher Erkenntnis aufgreifendes Vernetzungsdenken kann die Möglichkeiten der Entgrenzung überprüfen und ihre Langzeitfolgen ausloten. Dann kann sie zu Konsequenzen führen und drängen, die gerade nicht auf eine hemmungslose Entgrenzung zielen. Atomenergie ist in jeder denkbaren Form mit so gravierenden Langzeitfolgen behaftet, daß selbst ohne GAU und Super-GAU die Endlagerungsprobleme nicht mehr beherrschbar sind. Das bedeutet, die Philosophie entscheidet hier zu einem Abschied von der Atomenergie. Nicht zufällig sind gerade die intellektuellen Mittelschichten durch ihre Option für die Grünen hier mehrheitlich zu einem Ausstieg aus der Atomenergie bereit.

Philosophie ist nicht nur ein Schulfach der Universität. Sie beginnt überall da, wo ein Mensch sich wundert, das Vorfindliche nicht für etwas unabänderlich gegebenes hinnimmt, sondern nach Gründen, nach Entstehung fragt. „Warum ist das so?“ Das ist die nervtötende Kinderfrage. Sie markiert den Beginn der Philosophie, des menschlichen Neugierverhaltens und des forschenden Geistes der Wissenschaft.

Und diese, durch Bildungsprogramme, Schulen, Universitäten, Medien und Internet geförderte Form des Fragens und Suchens ist Philosophie des Volkes, der Völker. Sie wird ein Diskurs über die Freiheit und Gerechtigkeit, der in der arabischen Welt derzeit zu massenhaften Protesten und Revolutionen von unten führt. Sie wird ein Diskurs über die Abschaffung von Atomkraft, über die Abrüstung, über die Aufrüstung mit Windrädern und Solarkraftwerken. Sie wird ein Diskurs über Hilfen zur Selbsthilfe und Dezentralisation und Demokratisierung alter diktatorischer Staatsformen.

Die Bürgerphilosophen begreifen immer mehr ihre politische Verantwortung und Macht. Sie dürfen nicht nur Politiker wählen. Ihr Wahlrecht gilt auch dem, was sie essen und kaufen, wo sie Geld anlegen und wo sie sich ehrenamtlich engagieren. Sie haben die Macht, ihre Meinung zu sagen und zu veröffentlichen. Sie verstehen sich als Tropfen auf den heißen Stein, der in seiner Summe zu gewaltigen Veränderungen im Bau der Welt führt. Sie nehmen Abschied von der fatalistischen Illusion, daß man ja doch nichts machen könne und aufgrund seiner fehlenden Machtbefugnisse nichts in der Welt ändern könne. Sie haben immer mehr positive Erfahrungen, was sie alles in den letzten Jahrzehnten verändert haben und wie dieser neue demokratische und ökologische Geist zu einer tiefgreifenden Erneuerung der gesamten Gesellschaft geführt hat. Darum begreifen sie immer mehr, daß ihre Initiative und ihr gemeinsames Nachdenken, daß ihre Philosophie tatsächlich die Welt verändert hat.

Die Wahlergebnisse zeigen aber zugleich die Gegentendenz, daß sozial Schwache nicht zur Wahl gehen und kein Interesse haben an der politischen Einflußnahme. Sie haben zugleich den niedrigsten Bildungsstand. Darum ist eine weitere Aufgabe der Politik, diese Not und diesen Regelkreis von Bildungsarmut, beruflicher Chancenlosigkeit und sozialem Tiefniveau und die hier besonders virulente Faschismusanfälligkeit durch eine Doppelstrategie von Bildungsangeboten und Arbeitsangeboten aufzufangen.

Der Ort der Philosophie verlagert sich. Das Gerede von Firmenphilosophie sollte die Profitinteressen der Manager euphemisieren. Wenn Firmenphilosophie reflektieren würde, was die jeweiligen Produkte in der Welt alles zerstört haben und noch zerstören können, würde es zu unabsehbaren Verwerfungen in der Rüstungsbranche kommen. Der Ort der Philosophie wechselt vom Seminar in die Foren der Fernsehsender, in denen Moral produziert wird, in denen Parteifunktionäre ihre Rhetorik darbieten, in denen Menschen aus Problemfamilien vorgeführt werden, aber auch Sendungen, in denen Philosophen selbst zu Wort gelassen werden in ihrer kritischen Überprüfung gesellschaftlicher Entwicklungen. Der Ort der Philosophie könnte eingeschränkt auch jede Kirchengemeinde oder Sekte sein, die sich dem Nachdenken über die göttliche Gegenwart in der Welt widmet. Und im Sinne der Jugendverhetzung des Sokrates ist jeder Lehrer an Schulen, der die jungen Menschen durch Fragen zum Denken anregt, ein Philosophielehrer. Was die Welt verändern kann, ist nicht der Panzer, sondern das Wort, das Nachdenken, das Erkennen von Zusammenhängen, das Erlernen des Aufschreis gegenüber Unrecht, das Formulierung von Forderungen gegenüber Diktatoren, das Aushandeln von Bedürfnissen und Wünschen zwischen den Liebenden und Hassenden, das Artikulieren des Konfliktes und die Suche nach den Möglichkeiten der Lösung. Philosophie ist Problemlösungshandeln.