Einleitung

zu den „Wühlkörben“ (2009)

„Alles muß raus!“ steht bei Saison-Schlußverkauf am Laden-Fenster. So stelle ich, 77-jährig, hier einen Wühlkorb mit Ideen zum Thema Existenzsymbolik ans Licht der Öffentlichkeit. (Nachträge, vor allem auf meiner WebSite, will ich natürlich nicht ausschließen.)

Ich habe mit diesen Notizen in den letzten Jahren vor meiner Pensionierung (1996) begonnen. Es sollte die Quintessenz meiner theologischen Lebensarbeit werden; ich rechnete mit etwa 20 gemeinverständlichen Seiten. Die Problematik weitete sich aber aus und wuchs mir über den Kopf. Ich mußte die Zielvorstellung ändern. Im Lauf der Jahre habe ich meine Texte immer mehr als notwendige Hilfe zur Klärung meiner eigenen Gedanken niedergeschrieben, mit immer weniger Rücksicht auf etwaige weitere Leser. Es entstanden etwa 700 Seiten grob geordnete Arbeitsnotizen – ein Konvolut, das ich endlich wieder überarbeitete und zusammenstrich, um es in elektronischer Form andern, Unbekannten, gesprächsweise zur Verfügung zu stellen. Die Redaktionsarbeit an solchem Material aber wird – zwischen inhaltlichen, formalen und technischen Desideraten – schnell chaotisch. Wahrscheinlich habe ich deshalb doch einige Notizen stehen gelassen, die ich, nach meinem heutigen Erkenntnisstand, lieber gelöscht oder noch überarbeitet hätte. Ich habe deshalb erwogen, dieses ganze Material doch zurückzuhalten. Es sind aber doch einige Gedanken darin, die ich gern weiter und von andern bedacht wüßte. Diese Texte seien also kritischer Lektüre anvertraut!
Das beigegebene Suchprogramm habe ich für diese Sammlung entwickelt.

Ich begann, für normal gebildete Leser zu schreiben, – unter heutigen Lebensbedingungen also Leute, die sehr vieles, aber hauptsächlich jeder vieles wissen, was nur wenige andere wissen. Die Überschneidungsmenge ist verhältnismäßig klein geworden. Ich habe deshalb anfangs in einem alphabetisch geordneten Anhang mit Begriffserklärungen und Abkürzungen fachspezifische Ausdrücke (im Text mit einem Stern, *, markiert) etwas näher erklärt, habe das aber dann nicht weitergeführt. Die ungeheure Breite der Information, die man heute so bequem aus der Wikipedia beziehen kann, hat es fast überflüssig gemacht.