[info]  
 
  Dr. Hiram Kümper
  Universität Bielefeld
  Geschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit
  Universitätsstraße 25
  S 4-211
  D-33615 Bielefeld
  (+049) 0521/106-3245
  hiram.kuemper@uni-bielefeld.de


  



Neuigkeiten
Lebenslauf
Schriften
Lehre
Forschung





Laufende Forschungsprojekte

Anatomien der Notzucht. Sexualität, Wille und Gewalt im Alten Reich zwischen Hochmittelalter und Sattelzeit (ca. 1100-1800)

(Habilitationsprojekt)

Das Projekt verfolgt die Geschichte sexueller Gewalt, genauer­hin des Notzuchtdelikts, seit seiner – wie ich argumentiere – ‚Entstehung’ im 12. Jahrhundert bis in die Geburt der Moderne um 1800. Vor dem 12. Jahrhundert ist sexuelle Gewalt auf sehr grundsätzliche Weise anders konzeptualisiert, spielt der Konsens des Opfers keine wesentliche Rolle für die Konstitution, sondern bestenfalls für die Schwe­re der Verbrechens und des Urteils. Durch diese neue Perspektive, die in den großen geistesgeschichtlichen Umbrüchen des 12. Jahrhunderts entsteht und eine Vergleichbarkeit zwischen unserem heutigen und einem historischen Begriff von sexueller Gewalt über­haupt erst schafft, treten aber zugleich auch neue Anforderungen an die Kon­zeptualisierung und vor allem die Judizierung solcher Verbrechen in die Welt. Mit diesem Problem be­fasst sich meine Ar­beit in historischer Perspektive.

Laufzeit: seit 2007
Förderung: Zeitschrift für Ideengeschichte, Gerda Henkel Stiftung, German Historical Institute London, Universität Bielefeld, Max-Weber-Kolleg Erfurt, Institut Historique Allemand Paris, Internationales Genderforschungskolleg der Universität Tübingen, Johannes a Lasco Bibliothek Emden, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Materialien: Skizze zum Gedankengang (*.pdf, 85 kB)


Die Magdeburger Weichbildvulgata: Studienausgabe
und kritische Edition

(Editionsprojekt)

Das Magdeburger gehört neben dem Lübischen, Goslarer und Schweriner zu den am weitesten verbreiteten deutschen Stadtrechten in Nord- und Mitteldeutschland. Es hat darüber hinaus weit nach Mittel- und Osteuropa ausgestahlt und ist damit eine der größten, wenn nicht überhaupt die größte der deutschen Stadtrechtsfamilien. Der großen Bedeutung des Magdeburger Rechts steht seine in jeder Hinsicht unzureichende Erforschung entgegen, die im Schatten des Sachsenspiegels lange Zeit vollständig unterging. Hier wird in Zukunft manches von einer Reihe in jüngerer Zeit inaugurierter Forschungsprojekte zu erwarten sein. Alle weiteren Forschungen werden je­doch durch das Fehlen einer verlässlichen, zitierfähigen Ausgabe des Magdeburger Weichbildrechts behindert. Eine solche rechtshistorisch kommentierte und durch eine hochdeutsche Übertragung begleitete Studienausgabe soll im Rahmen des Projekts als erster Arbeitsschritt entstehen. Das kann eine umfängliche, kritische Edition nicht ersetzen, wohl aber eine moderne Arbeitsgrundlage schaffen, auf der man aufbauen kann.
Zur Anfertigung einer kritischen Ausgabe auf Grundlage der Gesamtüberlieferung wird derzeit ein Drittmittelantrag vobereitet.

Laufzeit: seit 2007 (gefördert seit 2011)
Mitarbeiter:Jasmin vom Brocke M.A.
Förderung: Universität Bielefeld ("Bielefelder Nachwuchsfond")
Materialien: Projektskizze (*.pdf, 1.082 kB)
Konkordanz (*.pdf, 511 kB)


Johann III. von Eich (1445-1464) – Bischof, Humanist, Reformer

(Dokumentation)

Am Ende dieses langfristig angelegten Projekts soll eine dokumentarische Monographie über das Wirken Johanns III. von Eich, seit 1445 und bis zu seinem Tode 1464 Bischof von Eichstätt, stehen. Mir geht es vor allem darum, die Überlieferung, die kaum zu einem Bruchteil bisher näher bekannt, geschweige denn gedruckt ist, zu erschließen und den vielen Facetten seiner bewegten Studien- und Amtszeit gerecht zu werden: Als Diplomat im Umfeld Friedrichs III., als Freund und Korrespondent von Humanisten wie Enea Silvio Piccolomini und Mystikern wie Bernhard von Waging, als streitbarer Reformbischof und nicht zuletzt als Jurist und Verwaltungsreformer.
Aktuell: am 23.09.2011 werde ich im Rahmen der Tagung "Reform und Frühhumanismus in Eichstätt - Bischof Johann von Eych (1445-1464)" (21.09.-23.09.2011, Univ. Eichstätt) zum Thema "Von der 'plicht unsers amptes': Johann von Eych und das Recht" sprechen.

Laufzeit: seit 2005
Förderung: - keine - 
Material:Hiram Kümper: Johann III. von Eich (1445-1464) und seine Gerichtsreform. Ein Beitrag zur Rezeption des gelehrten Rechts in Franken, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 69 (2009), S. 53-93 (*.pdf, 932 kB) 


Sittengeschichte(n). Archäologie eines vergessen Paradigmas aus den Kindertagen der Kulturgeschichtsschreibung

(Aufsatz)

Der Beitrag fragt nach der Entstehung, Entwicklung, (ggf. mangelnden) Konturierung und dem Verschwinden der Sittengeschichte als Darstellungsform aus dem historiographischen Diskurs des deutschsprachigen Raumes und seiner Beziehung zu verwandten historiographischen Darstellungsformen, vor allem im angloamerikanischen und französischen Sprachraum.
Obwohl bis heute Geschichtsdarstellungen erscheinen, die sich selbst als „Sittengeschichte“ titulieren, sucht man eine Reflexion über Inhalte, Methoden und Fragestellungen dieser zeitweise überaus erfolgreichen historiographischen Disziplin, mithin eine Antwort auf die Frage, was Sittengeschichte will, ist und sein kann, vergebens. In Werken zur Geschichtstheorie, -methodik oder -philosophie wird sie kaum je und dann nur mit wenigen Sätzen erwähnt, kein Eintrag in einem Nachschlagewerk, keine monographische oder unselbständig erschienene Auseinandersetzung, kein Kapitel eines Überblickswerkes zur Geschichte des Faches ist mir in der Literatur des 20. Jahrhunderts bekannt geworden. Die besondere Nähe der Sitten- zur Kulturgeschichte, die in der gerade für Arbeiten jüngeren Erscheinungsdatums wieder häufiger genutzten Paarformel „Kultur- und Sittengeschichte“ besonders sinnfällig wird, ist im Zuge der Selbsthistorisierung der Kulturgeschichte durchaus auch wahrgenommen, kaum aber näher gewürdigt, geschweige denn untersucht worden. Das ist umso bemerkenswerter, steht sie doch gleichsam an der Wiege kulturgeschichtlicher Programmatik, wenn beispielsweise Herder in der Vorrede zu Majers „Kulturgeschichte der Völker“ (Leipzig 1798) betont, eine solche habe nicht nur die Geschichte der „Helden- und Staatsactionen“, sondern auch „Karakter- und Sittengeschichte“ zu schreiben. Und Voltaires berühmter „Essai" von 1756, der bereits in den frühen 1760er Jahren ins Deutsche übersetzt wird, handelt eben nicht nur über „histoire générale“, sondern auch über „les moeurs et l’ésprit des nations“. Im Rückblick der Historiographiegeschichte scheinen diese Wurzeln überdeckt vom Burckhardtschen Kulturbegriff – das Vorherige gerät zur Ur- und Frühgeschichte der Kulturgeschichtsschreibung.

Laufzeit: seit 2007
Förderung: - keine -

Ernst Ehrhardt (1855-1944): Edition der Memoiren


(Editionsprojekt)

Der Architekt Ernst Ehrhardt ist er vor allem durch seine Tätigkeit als Dombaumeister des Bremer St. Petri Domes, aber auch durch zahlreiche kleinere Arbeiten zur Bau- und Kunstgeschichte Bremens, bekannt geworden. Zuvor war er u.a. als Architekt einer ganzen Reihe von Bahnhöfen im Elsaß und als preußischer Ministerialbeamter, beispielsweise bei der Ausrichtung einer Ausstellung in St. Petersburg, tätig. Ehrhardts Lebenserinnerung berichten nicht nur von diesen Arbeiten und seinen ausgedehnten Reisen, sondern auch von vielen wichtigen Persönlichkeiten, mit denen er im Zuge dessen zusammentraf. Dieses spannende Dokument der Zeitgeschichte soll ediert und eingehend kommentiert werden. Das Projekt wird dankenswerterweise von der Stiftung Bremer Dom e.V. gefördert, in deren Schriftenreihe die Memoiren dann auch erscheinen sollen.

Laufzeit: 2010-2012
Mitarbeiter:Dieter Wegener, Sascha Walther M.A.
Förderung: Stiftung Bremer Dom e.V.


Informationen zu abgeschlossenen Projekten

2011

2010
  • No\where wo\men: Politics, Agency, and the Gendering of Spaces (Internationaler Workshop, 01.10.2010, Forum Scientiarum, Tübingen) »Plakat (*.pdf, 164 kB)
  • Mediävalismus im Spannungsfeld von Wissenschaft, Museum und populärer Geschichtskultur (Tagung und Ausstellungsprojekt, 03.-04.08.2010, Vechta, Museum im Zeughaus) »Flyer (*.pdf, 428 kB), »Plakat (*.pdf, 974 kB), »Dokumentarfilm (externer Link)
2008
  • Archiv, Bibliothek, Museum für Studierende mit mediävistischen Studienschwer-
    punkten an der Ruhr-Universität Bochum (Arbeitsmarktkolloquium, gem. mit dem Studentischen Arbeitskreis Mittelalter) »Flyer (*.pdf, 77 kB)
2007
2006