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Konzept zur Studienfinanzierung
 
Diskussionsstand des Treffens am 19.12.2002

 

    Oft werden die zu lange Studiendauer und die zu hohen Abbruchquoten an deutschen Universitäten kritisiert. Zugleich klagen Unternehmen, Schulen und Institutionen unterschiedlichster Bereiche über den Mangel an qualifizierten Absolventinnen und Absolventen. Studiengebühren oder Studienkonten, die ja immer auch eine Restriktion des Hochschulzugangs bedeuten, sind also der Falsche Weg diese drängenden Probleme anzugehen. Zugleich zeigen aktuelle Studien, dass in Deutschland gerade im Vergleich mit Ländern ähnlicher Wirtschaftskraft und Bildungsstandards der Hochschulzugang besonders mit sozialer Selektion einhergeht*. Ein funktionierendendes und leicht zugängliches System der Studienfinanzierung ist nicht  die einzige, aber eine unabdingbare Vorraussetzung, hier Verbesserungen zu erzielen.

    Das derzeitige BAFöG ist völlig unzureichend, es ist mit seinen starren Regelungen wirklichkeitsfremd, durch seine teilweise Steuerfinanzierung gesellschaftlich schlecht akzeptiert und kann offensichtlich den Studienzugang unabhängig von sozialer Herkunft nicht garantieren. Die vielerseits Vorgeschlagene Ausweitung des Stipendiensystems ist keine Alternative. Bedingung für die Erlangung eines Stipendiums ist oft die Nähe zu den politischen, ökonomischen oder religiösen Haltungen der Stipendiengebenden Organisation. Ein Stipendium ist letztlich ein Willkür- und Gnadenakt, ein für alle gleicher Studienzugang setzt aber ein einklagbares Recht auf Förderung voraus.

    Das im folgenden vorgestellte Konzept ist ein Modell, das nicht nur helfen würde die genannten Probleme zu lösen, sondern auch Schwierigkeiten bei der politischer Durchsetzung und der gesellschaftlicher Akzeptanz berücksichtigt.

Art des Systems

Wir gehen von einem Aufbau ähnlich einer umgekehrten Rentenversicherung aus. Die Orientierung an Sozialversicherungssystemen hat mehrere Vorteile. Die Rechtsform einer Körperschaft öffentlichen Rechts garantiert - anders als das BAFöG - eine gewisse Unabhängigkeit von allzu großen Eingriffen der Finanzministerien und somit Stabilität und Zuverlässigkeit. Die Ausbildung von Hochschulabsolventinnen und Absolventen ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die in Generationen gedacht werden muss und darum wird diese Sicherheit dringend benötigt. Zugleich hat dieses System den Vorteil einer hohen gesellschaftlichen Akzeptanz, denn nur wer von diesem System profitiert zahlt dann später ein.