RAD im Pott, Ausgabe Winter 1997/98:

Nachrichten aus Oberhausen

Richard-Wagner-Allee. Seit Jahrzehnten stellt die Richard-Wagner-Allee eine Fuß- und Radwegverbindung zwischen Sterkrade und Osterfeld dar. Auf einer ehemaligen Eisenbahntrasse, dessen genaues Stillegungsdatum der RAD im Pott-Redaktion nicht bekannt ist, kann nahezu autofrei und in angenehmer Umgebung geradelt werden. Doch wurde die Benutzung in den vergangenen Jahren zunehmend unattraktiver, da der Fahrbahnbelag einige altersbedingte Unebenheiten aufwies. In den vergangenen Wochen wurde nun damit begonnen, einen Teil des Weges neu zu pflastern. Ursprünglich sollte nur eine wassergebundene Decke Verwendung finden, doch sprach sich der ADFC unter anderem aus Komfort- und aus Kostengründen für eine Asphaltdecke aus. Beim anschließenden Kompromiß einigte man sich auf Pflastersteine, die wasserdurchlässig sind - wenngleich die geringe Wegebreite und der glücklicherweise fehlende Anschluß an die Kanalisation auch ein Versickern des Regenwassers an der Seite des Weges problemlos ermöglicht. Weitere Teile des Weges sollen nach und nach ebenfalls mit dem neuen Belag versehen werden. Notwendig wäre aus ADFC-Sicht, daß die Richard-Wagner-Allee gegenüber den Nebenstraßen nun noch bevorrechtigt wird.

Tödlicher Unfall. Bereits zwei Radfahrerinnen wurden in diesem Jahr bei Ver kehrsunfällen in Oberhausen getötet. Der zweite Unfallgeschah an der Kreuzung der Concordia- mit der Bebelstraße. Die Radfahrerin, die aus Lirich kommend die Concordiastraße entlangfuhr, benutzte dabei vorschriftsmäßig den Radweg. An dem freien Rechtsabbieger, der von der Concordia- in die Bebelstraße die Umfahrung der Ampel mit hohem Tempo ermöglicht, wurde sie von einem wartepflichtigem Autofahrer erfaßt. Eine Woche nach dem Unfall verstarb die Radfahrerin im Krankenhaus. Genau an dieser Stelle wies der ADFC am 17. August 1996 Mitglieder der CDU im Rahmen einer Radtour auf die Gefährlichkeit von freien Rechtsabbiegern hin.

StVO-Vorträge. Die Grünen nahmen das Angebot des ADFC zuerst an, sich über die neue StVO informieren zu lassen. Bereits am 13. Oktober stellte der ADFC die Änderungen in einem kombinierten Folien- und Diavortrag mit zahlreichen Beispielen aus Oberhausen vor. Die SPD und die CDU wollen folgen, Termine standen zum Redaktionsschluß der Rad im Pott jedoch noch nicht fest.

Sterkrader Straße. Attraktiver für Radfahrer wurde die Sterkrader Straße im Bereich Eisenheim. Wo früher nur auf einer Seite ein (schlechter) Radweg vorhanden war, befinden sich nun in beiden Richtungen eigene Spuren auf Fahrbahnniveau. Die Maßnahme, die von der Bezirksvertretung Osterfeld einstimmig beschlossen und vom ADFC begrüßt wurde, führte in den ersten Tagen zu einigen Verwirrungen im Bereich der Autobahnbrücke, wo zahlreiche Markierungen für einige Unübersichtlichkeit sorgten.

Fahrradständer am Rathaus. Die etwa zwanzig Fahrradständer am Oberhausener Rathaus, die sich unterhalb der Arkaden befinden, wurden am letztem August- Wochenende zum Teil zerstört. Einige Fahrradständer, die im Boden befestigt waren, wurden dabei aus der Verankerung gerissen.

Riesiger Kreisverkehr in der Innenstadt beschlossen. Der große Kreisverkehr an der Kreuzung Hansa-/Concordiastraße/Am Förderturm wird nun doch gebaut. Damit setzte sich die SPD-Mehrheit über die Bedenken von CDU und Grünen hinweg. Auch der ADFC schaltete sich mehrfach in die Diskussion ein und sprach sich dabei klar gegen den mehrspurigen Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 50 m aus. Die Gefährlichkeit wird auch in der Fachliteratur eindeutig bestätigt: "Große Kreisverkehrsplätze mit jeweils zwei Fahrstreifen auf der Kreisfahrbahn oder in den Knotenpunktzu- und -abfahrten und/oder einem Außendurchmesser von mehr als 40 m sind gefährlich." (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen, ERA 1995); "Die untersuchten großen Kreisverkehrsplätze mit günstiger Unfallquote liegen bereits weit über den mittleren Quoten" von beampelten Kreuzungen (Sicherung von Radfahrern an städtischen Knotenpunkten, 1992). Selbst der ADAC bestätigt die Gefährlichkeit für den Radverkehr.

Edwin Süselbeck


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